Archiv der Kategorie: Waldökologie

Lasst doch endlich unseren Wald in Ruhe!

Weißt Du, was ein Wald ist? Ist ein Wald etwa nur Zehntausend Klafter Holz? Oder ist er eine grüne Menschenfreude? (Bert Brecht)

Ende September möchte die Bundesregierung ein lang diskutiertes Maßnahmenprogramm zum Erreichen ihrer ambitionierten Klimaziele vorlegen. Dieses soll im Anschluss in ein Klimaschutzgesetz gegossen werden. Lasst doch endlich unseren Wald in Ruhe! weiterlesen

Öko-„Volk ohne Raum“

Mein Bildschirmschoner präsentiert mir jeden Tag andere schöne Landschaftsimpressionen. Heute war es eine sattgrüne Fjordlandschaft, irgendwo im Norden. Man kann raten, wo das ist, eine Art Onlinequiz. Doch ich mach da nicht mit, weil man wahrscheinlich auf irgendeine Reiseseite gelotst wird und was kaufen soll. 

Diese schönen Fjordlandschaften würde es wohl nicht mehr geben, wenn Deutschland weiter so unbeirrbar voran marschiert bei der Klimarettung. Weil wir die Fjorde dringend brauchen, um unsere überschüssige Wind- und Solarenergie zu speichern. Schließlich heißt es doch immer, Skandinavien sei die „Batterie Europas“.   Öko-„Volk ohne Raum“ weiterlesen

Und die Geschichte wiederholt sich doch – Waldsterben und Klimahysterie

„Die ersten großen Wälder werden schon in den nächsten fünf Jahren sterben. Sie sind nicht mehr zu retten“, lautete die düstere Prognose des Forstwissenschaftlers Prof. Bernhard Ulrich im Jahr 1981. Weitere Fachleute schlossen sich ihm an und prophezeiten eine „Umweltkatastrophe von bisher unvorstellbarem Ausmaß“. Eine Titelgeschichte des „Spiegels“ brachte das „Waldsterben“ dann erst richtig in den Fokus der Öffentlichkeit: „Saurer Regen über Deutschland – Der Wald stirbt“ stand auf dem Titelblatt des Heftes 47/1981. Der Eyecatcher hatte Erfolg. Das Heft fand reißenden Absatz. Und die Geschichte wiederholt sich doch – Waldsterben und Klimahysterie weiterlesen

Fichte ade

Sie packt es einfach nicht mehr und verabschiedet sich langsam aus weiten Teilen Deutschlands: Die Gemeine Rotfichte (Picea abies). Jahrzehntelang galt sie als Brotbaum der Waldbesitzer.  Kälte und Frost machen ihr wenig aus. Das heimische Wild verbeißt ihre stacheligen Nadeln kaum. Bereits im Alter von nur achtzig Jahren kann sie als Bauholz zu ordentlichen Preisen vermarktet werden. Kurzum: Sie ist – oder vielmehr war – der ideale Baum der modernen Forstwirtschaft. Fichte ade weiterlesen

Mehr wilde Wälder braucht das Land

Unser Wald braucht Strukturreichtum. Weitere Fragmentierungen sind zu stoppen. Nur so lässt sich die Biodiversität fördern.

Naturschutz ist wieder „in“, lautet die Kernaussage einer Naturbewusstseinsstudie des Bundesamtes für Naturschutz aus dem Jahr 2017. Jüngstes Beispiel ist das Volksbegehren „Rettet die Bienen!“, das rund 1.7 Millionen Menschen unterstützen. Auch der Wald rückt verstärkt in den Fokus der Öffentlichkeit, wie es der Streit um die Rodungen im Hambacher Forst zeigt. Mehr wilde Wälder braucht das Land weiterlesen

„Platz für Windkraft“: UBA verrät Mensch und Natur

Von Gastautor Dr. Wolfgang Epple

Hatte vor kurzem das höchste Naturschutzamt der Republik den Naturschutz in Sachen Bedrohung durch Windkraftindustrie so gut wie verraten,  legt nun das höchste Umweltschutzamt des Energiewende-Vorreiter-Staates mit einer in der Geschichte des Deutschen Umweltschutzes beispiellos einseitigen Tendenzschrift nach. Der Eindruck einer „Gleichschaltung“ dieser hohen Behörden auf unkritische Begleitung letztlich aller Auswüchse der „Energiewende“ verdichtet sich.

Bereits die Aufmachung als Vorgriff aus einer „UBA-Studie“ (S. 6, Fußnote 3), deren Abschlussbericht für das 2. Quartal 2019 geplant sei, lässt aufhorchen: Die Richtung ist mehr als klar: Rücksicht haben die Menschen auf die Betreiber der Weltrettung durch Windkraft zu nehmen, nicht umgekehrt. Platz schaffen für die Windkraft! Auch dann, wenn dies ein dicht besiedeltes Land wie Deutschland eigentlich nicht zulässt. Wie war das noch gleich mit dem „substantiellen Raum“? „Platz für Windkraft“: UBA verrät Mensch und Natur weiterlesen

Schneebruch – Ein Indiz für den Klimawandel?

Noch im Herbst 2018 wurde vor einem niederschlagsarmen Winter mit katastrophalen Folgen für die Land- und Forstwirtschaft gewarnt. Seit Jahrzehnten sinke nämlich die Schneemenge, der Winter würde sogar in den bayerischen Bergen schrumpfen, man müsse Abschied vom weißen Winter nehmen und befinde sich mitten im Treibhaus, verkündete der Bayerische Rundfunk ungewohnt reißerisch auf seiner Webseite. Schneebruch – Ein Indiz für den Klimawandel? weiterlesen

Das Wiederansiedlungsprojekt Habichtskauz

„Das einzig Beständige ist der Wandel“

Dieser Aphorismus des Vorsokratikers Heraklit trifft auch für viele Tierarten, darunter der Habichtskauz (Strix uralensis), zu. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts brütete der Uralkauz, wie er auch genannt wird, in den montanen Wäldern Ostbayerns und des auf tschechischer Seite angrenzenden Böhmerwaldes (Šumava) und Böhmischen Waldes (Český les). Der letzte seiner Art wurde den Aufzeichnungen nach um 1926 bei Schüttenhofen (Sušice) in Westböhmen abgeschossen. Obwohl seine Hauptnahrung nur aus Mäusen besteht, galt er damals vollkommen zu Unrecht als „schädliches Raubzeug“ und wurde konsequent bejagt. Das Wiederansiedlungsprojekt Habichtskauz weiterlesen

Waldbau in der Zukunft

Wenn man sich über die Zukunft des Waldbaues in Bayern Gedanken macht, ist es hilfreich, erstmal in die Vergangenheit zu schauen. Mit immerhin 30 Jahren Erfahrung in der Leitung eines privaten Forstbetriebes fällt mir da einiges ein und auf.

Kommen wir zunächst zur Sprunghaftigkeit der Bayerischen Forstpolitik.

Als ich 1987 hier den Job von meinem Vater übernommen habe, gab es noch in Resten die sogenannte Boden-Reinertragslehre. Die Fichte war das Maß aller Dinge. Ich erinnere mich noch genau, wie unsere Holzhauer Altbuchen ringeln mussten, damit diese den heiligen Fichten weniger Platz wegnehmen. Waldbau in der Zukunft weiterlesen

Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Fröschen werfen

Die Bayerische Staatsoper gibt viermal pro Jahr eine opulent aufgemachte Hauszeitschrift namens „Max Joseph“ heraus, die die SZ einmal süffisant als „Staatsfeuilleton“ apostrophierte. In der aktuellen Ausgabe findet sich eine bizarre Liebeserklärung der Geigerin Patricia Kopatchinskaja an Deutschlands „Klimapapst“ Hans Joachim Schellnhuber, zu künstlerisch wertvollen Bildern sterbender Gletscher. Eine Replik.

Liebe Frau Kopatchinskaja, ich habe zwar nicht ganz verstanden, was Sie in ihrem etwas verschwurbelten Beitrag über den Klimawandel in der Zeitschrift Max Joseph (Ausgabe Herbst 2018) mit den Fröschen gemeint haben, die sich freiwillig oder unfreiwillig dem Hitzestress aussetzen oder auch nicht. Ich bin jedenfalls kein Frosch, auch wenn ich nach der Lektüre das Gefühl habe, dass mir einer im Halse steckt und ich schrecklich husten muss.

Und dass der möglicherweise Klima bedingte Untergang der Dinosaurier eine so furchtbare Katastrophe war, kann ich auch nicht recht nachvollziehen. Ich bin sogar ganz froh darüber, dass die Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Fröschen werfen weiterlesen