Archiv der Kategorie: Waldökologie

Wald oder Schokolade

Der „Hambi“ und der „Danni“ sind wieder aus den Schlagzeilen verschwunden. Doch jetzt gibt es den „Steini“. So heißt ein bisher namensloses Waldstück im westfälischen Halle, in dem das Süßwarenunternehmen Storck, das einstweilen noch in Deutschland produziert, auf 23 Hektar die Erweiterung seines Traditionsstandortes plant. Dafür soll nach jahrelanger Planung und Abwägung aller möglichen Interessen ein Waldstück, eingeklemmt zwischen Industriegebiet, Wohnsiedlungen und Autobahn, gerodet werden. Außerdem ist vorgesehen, einen kleinen Bach zu verlegen – alles Ökoverbrechen der schlimmsten Art, wogegen sich ein „breites“ Bündnis von Umwelt- und Waldschützern formiert hat. Aktivisten, die zum Teil vom inzwischen für den Weiterbau einer Autobahn abgeholzten „Danni“ herübergemacht hatten, besetzten kurzerhand den Wald, den sie „Steini“ tauften, nach dem Steinhausener Weg, der an ihm vorbeiführt. Wald oder Schokolade weiterlesen

Warum Entwarnung nicht gegeben werden darf

Im Laufe dieses Jahres wurde über verheerende Waldbrände in Teilen der Welt berichtet, oft garniert mit apokalyptisch anmutenden Bildern, wie einem in gespenstisches Orange getauchten Himmel über San Franzisco, in dessen Nähe im September 2020 heftige Wald- und Buschbrände wüteten. „Waldbrand verursacht Tag ohne Sonne“, titelte die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) und weckte damit Assoziationen an das „Jahr ohne Sommer“ 1816, als nach dem gewaltigen Ausbruch des Vulkans Tambora östlich von Java ungewöhnliche Wetterphänomene wie ein extrem kalter und nasser Sommer in Europa zu Ernteausfällen und Hungersnöten geführt hatten. Ein Menetekel der Klimaerwärmung? Warum Entwarnung nicht gegeben werden darf weiterlesen

Windkraft in Wäldern – Fachbeitrag von Johannes Bradtka

Weil die allermeisten für Windkraft geeigneten Flächen im Offenland bereits vergeben sind, richten sich die Begehrlichkeiten der Windindustrie und der sie unterstützenden politischen und gesellschaftlichen Kreise seit mehreren Jahren zunehmend auf die Wälder. Vor allem die potentiell windhöffigen Hochlagen waldreicher Mittelgebirge zählen zu den letzten, heiß begehrten „Claims“. Dabei wird selbst vor emblematischen Landschaften nicht halt gemacht, wie das Beispiel des „Märchenwaldes“ Reinhardswald mit der von zahlreichen Postkarten bekannten Sababurg in Oberhessen zeigt, der von konkreten Planungen für zwanzig Windkraftanlagen betroffen ist. Dabei dienen Hinweise auf ein angeblich derzeit ablaufendes neues und umfassendes Waldsterben infolge von Klimaänderungen als öffentliches Druckmittel.

Die aktuelle Schadenssituation in den Wäldern vor allem West- und Mitteldeutschlands wird ganz überwiegend durch den starken Borkenkäferbefall an Fichten verursacht. Es handelt sich um den Beginn eines bereits vor Jahrzehnten prognostizierten Fichtensterbens, nicht um ein großflächiges Absterben sämtlicher Baumarten, wobei es auf extrem trockenen Standorten auch Schäden an Laubbäumen wie Buchen und Eichen gibt. Windkraft in Wäldern – Fachbeitrag von Johannes Bradtka weiterlesen

Mehr Schutz für Tropenwälder

Als der Naturforscher Alexander von Humboldt im Jahre 1800 auf dem Orinoco durch Venezuela reiste war er fasziniert: Er begegnete völlig unbekannten Tier- und Pflanzenarten und bestaunte einen üppigen dichten Regenwald. Es wuselte vor lauter Leben.

Seither hat sich vieles verändert: Mehr als die Hälfte aller tropischen Regenwälder Afrikas, Asiens und Südamerikas wurden bereits durch Menschenhand vernichtet. Die Folgen für das globale Klima, die biologische Vielfalt unserer Erde aber auch für die indigenen Völker sind katastrophal. Mehr Schutz für Tropenwälder weiterlesen

Aufforstung mit Windspargeln?

Jetzt meldet sich auch unser ständiger Watchblog-Autor Wolfgang Epple zum Thema Wald und Windkraft zu Wort. In seinem Beitrag enthüllt er einmal mehr die Doppelzüngigkeit der deutschen Umweltverbände, die den Wald Opern wollen, um das Klima zu retten. Dabei ist der Wald einer der wichtigsten CO2-Senken überhaupt und müsste strengstens geschützt werden, vor allem angesichts der zunehmenden Brandrodungen in Südamerika, insbesondere in Brasilien. Und was ist von Vorschlägen deutscher Politiker zu halten, die von Dürre und Borkenkäfer geschädigten Flächen ausgerechnet mit Windspargeln wieder aufforsten wollen.

Zum Beitragsfoto: Buchenaltholz am „Brotjacklriegel“, Vorderer Bayerischer Wald. Hier drohen kein Waldbrand und kein Borkenkäfer. Foto: Wolfgang Epple

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Lasst doch endlich unseren Wald in Ruhe!

Weißt Du, was ein Wald ist? Ist ein Wald etwa nur Zehntausend Klafter Holz? Oder ist er eine grüne Menschenfreude? (Bert Brecht)

Ende September möchte die Bundesregierung ein lang diskutiertes Maßnahmenprogramm zum Erreichen ihrer ambitionierten Klimaziele vorlegen. Dieses soll im Anschluss in ein Klimaschutzgesetz gegossen werden. Lasst doch endlich unseren Wald in Ruhe! weiterlesen

Öko-„Volk ohne Raum“

Mein Bildschirmschoner präsentiert mir jeden Tag andere schöne Landschaftsimpressionen. Heute war es eine sattgrüne Fjordlandschaft, irgendwo im Norden. Man kann raten, wo das ist, eine Art Onlinequiz. Doch ich mach da nicht mit, weil man wahrscheinlich auf irgendeine Reiseseite gelotst wird und was kaufen soll. 

Diese schönen Fjordlandschaften würde es wohl nicht mehr geben, wenn Deutschland weiter so unbeirrbar voran marschiert bei der Klimarettung. Weil wir die Fjorde dringend brauchen, um unsere überschüssige Wind- und Solarenergie zu speichern. Schließlich heißt es doch immer, Skandinavien sei die „Batterie Europas“.   Öko-„Volk ohne Raum“ weiterlesen

Und die Geschichte wiederholt sich doch – Waldsterben und Klimahysterie

„Die ersten großen Wälder werden schon in den nächsten fünf Jahren sterben. Sie sind nicht mehr zu retten“, lautete die düstere Prognose des Forstwissenschaftlers Prof. Bernhard Ulrich im Jahr 1981. Weitere Fachleute schlossen sich ihm an und prophezeiten eine „Umweltkatastrophe von bisher unvorstellbarem Ausmaß“. Eine Titelgeschichte des „Spiegels“ brachte das „Waldsterben“ dann erst richtig in den Fokus der Öffentlichkeit: „Saurer Regen über Deutschland – Der Wald stirbt“ stand auf dem Titelblatt des Heftes 47/1981. Der Eyecatcher hatte Erfolg. Das Heft fand reißenden Absatz. Und die Geschichte wiederholt sich doch – Waldsterben und Klimahysterie weiterlesen

Fichte ade

Sie packt es einfach nicht mehr und verabschiedet sich langsam aus weiten Teilen Deutschlands: Die Gemeine Rotfichte (Picea abies). Jahrzehntelang galt sie als Brotbaum der Waldbesitzer.  Kälte und Frost machen ihr wenig aus. Das heimische Wild verbeißt ihre stacheligen Nadeln kaum. Bereits im Alter von nur achtzig Jahren kann sie als Bauholz zu ordentlichen Preisen vermarktet werden. Kurzum: Sie ist – oder vielmehr war – der ideale Baum der modernen Forstwirtschaft. Fichte ade weiterlesen

Mehr wilde Wälder braucht das Land

Unser Wald braucht Strukturreichtum. Weitere Fragmentierungen sind zu stoppen. Nur so lässt sich die Biodiversität fördern.

Naturschutz ist wieder „in“, lautet die Kernaussage einer Naturbewusstseinsstudie des Bundesamtes für Naturschutz aus dem Jahr 2017. Jüngstes Beispiel ist das Volksbegehren „Rettet die Bienen!“, das rund 1.7 Millionen Menschen unterstützen. Auch der Wald rückt verstärkt in den Fokus der Öffentlichkeit, wie es der Streit um die Rodungen im Hambacher Forst zeigt. Mehr wilde Wälder braucht das Land weiterlesen