Warum Entwarnung nicht gegeben werden darf

Im Laufe dieses Jahres wurde über verheerende Waldbrände in Teilen der Welt berichtet, oft garniert mit apokalyptisch anmutenden Bildern, wie einem in gespenstisches Orange getauchten Himmel über San Franzisco, in dessen Nähe im September 2020 heftige Wald- und Buschbrände wüteten. „Waldbrand verursacht Tag ohne Sonne“, titelte die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) und weckte damit Assoziationen an das „Jahr ohne Sommer“ 1816, als nach dem gewaltigen Ausbruch des Vulkans Tambora östlich von Java ungewöhnliche Wetterphänomene wie ein extrem kalter und nasser Sommer in Europa zu Ernteausfällen und Hungersnöten geführt hatten. Ein Menetekel der Klimaerwärmung?

Begonnen hatte die Serie der Berichte über Wald- und Buschbrände bereits im Frühjahr mit Australien, wo von August 2019 bis März 2020 mehr als zwölf Millionen Hektar Buschland verbrannte. Im Sommer war dann die Rede von „nie dagewesenen“ Bränden im nordöstlichen Teil Sibiriens und nördlich des Polarkreises. Die Rauchschwaden der Brände erreichten eine Fläche so groß wie ein Drittel von Kanada.

Global betrachtet war die Brandaktivität in diesem „Katastrophenjahr“ 2020 jedoch unterdurchschnittlich,  ganz im Gegensatz zu den Berichten der meisten Medien. Wie der Copernicus-Atmosphärenüberwachungsdienst (CAMS), das wichtigste Erdbeobachtungssystem der Europäischen Union, jüngst bekannt gab. „Während Regionen wie der nördliche Polarkreis und der Westen der USA Brände von nie dagewesenen Ausmaßen und Intensität erlebten (wobei sich „nie dagewesen“ offenbar auf den Zeitraum ab Beginn der Beobachtungen 2003 bezieht, der Verfasser), war auf globaler Ebene 2020 eines der Jahre mit den geringsten gemessenen Brandaktivitäten“, schreiben die Wissenschaftler. „Dies hat zu einem weiteren Rückgang der Feueremissionen geführt und den (abnehmenden, der Verfasser) Trend der letzten 17 Jahre fortgesetzt.“

Die Wissenschaftler von CAMS überwachen täglich die weltweiten Brandaktivitäten, indem sie mit Hilfe von Sensoren in Satelliten die von den Feuern ausgestrahlte Wärme messen, die sogenannte Fire Radiative Power (FRP). Mit Hilfe der Wärmesignale kann die Intensität der Feuer eingeschätzt werden. Außerdem können mit Hilfe weiterer Beobachtungen der jeweiligen Standorte die daraus resultierenden Schadstoffemissionen abgeschätzt werden. Die entsprechenden Datensätze zeigten, dass 2020 eines der Jahre mit den „geringsten gemessenen Brandaktivitäten“ gewesen sei. Dies galt unter anderem für den tropischen Süden Afrikas.

Zu den Ursachen des stetigen Rückgangs bleibt der Bericht einsilbig und verweist auf ein „verbessertes Brandbekämpfungsmanagement und entgegenwirkende Maßnahmen“. Warum ausgerechnet im armen Süden Afrikas besser mit Waldbränden umgegangen wird als in den reichen USA oder in Australien, erklärt sich dadurch nicht. Oder liegt gerade in wohlhabenden Ländern mit einem angeblich so weit entwickelten Umweltbewusstsein, in denen man Natur gerne Natur sein lässt, Altholz nicht konsequent entfernt oder Brandschneisen anlegt, mit der Brandprävention vieles im Argen? Auf diesen Punkt hatte der scheidende US-Präsident Donald Trump hingewiesen, als er der kalifornischen Regierung bescheinigte, sie trage durch schlechtes Forst-Management eine Mitschuld an den Bränden.  Dafür erntete Trump weltweit nur Hohn und Spott. Der Copernicus-Bericht lässt indirekt den Schluss zu, dass Trumps Einlassungen doch ein oder mehrere Körnchen Wahrheit enthalten.

Zudem rüttelt der Bericht an dem Narrativ, dass die Klimaerwärmung weltweit zu mehr Wald- und Buschbränden führt. Kann es sein, dass die zweifellos katastrophalen Brandereignisse dieses Jahres in einigen „Hot spots“ eher auf regionale Dürreereignisse zurückzuführen sind, verbunden mit vorwiegend lokalen oder regionalen Versäumnissen bei der Brandprävention und -bekämpfung? Einige Formulierungen des Copernicus-Presseberichts lassen den Schluss zu, dass den Schreibern etwas mulmig zumute war, weil sie dieses Narrativ aufgrund der eindeutigen Messergebnisse in Frage stellen mussten. Deswegen titelten sie: „Trotz eines globalen Rückgangs an Waldbränden brachen 2020 Feuer in bestimmten Regionen erneut Rekorde“. Man hätte es auch umgekehrt formulieren können: „Weltweit immer weniger Waldbrände – Positiver Trend setzt sich fort – Dennoch Rekordfeuer in einigen Regionen.“

Die Frankfurter Rundschau zeigte sich sichtlich enttäuscht über den Bericht, der angesichts der global und regional steigenden Temperaturen „zunächst“ überraschend erscheine. Das Wörtchen „zunächst“ signalisiert dem kundigen Leser, dass, natürlich, eine Entwarnung nicht gegeben werden könne.

Ein Gedanke zu „Warum Entwarnung nicht gegeben werden darf“

  1. Im Winter fehlt das Weiß,
    Die Sommer brütend heiß.
    Nach Wasser lechzt die Natur,
    Raubbau hinterlässt seine Spur.
    Für den Energiehunger der Welt
    Werden ganze Wälder gefällt.
    Kämpfen wir für Mutter Erde,
    Dass sie nicht zur Wüste werde.

    UNSER WALD IN NOT

    Vielen Tieren Lebensraum;
    Für den Sauerstoff ein Quell,
    Für gesundes Klima essentiell;
    Das ist unser Freund der Baum.

    Ohne Bäume in Wald und Flur
    Wär die Erde ein öder Planet nur.
    Wir sehnen uns nach diesem Grün,
    Der Zeit, wenn wieder Bäume blüh’n.
    Wir wollen wandeln durch Alleen,
    Das Blätterdach so wunderschön.

    Profitgier lässt die Wälder schwinden,
    Fördert weltweit Umweltsünden.
    Die grüne Lunge des Planeten
    In Gefahr, da hilft kein Beten.

    Zu viele Buchen und Eichen
    Mussten schon der Kohle weichen.
    Retten wir den heimischen Wald,
    Bewahren die Artenvielfalt.
    Mit jedem Baum der sinnlos fällt,
    Wird etwas ärmer uns’re Welt.

    Wenn’s mit dem Wald zu Ende geht,
    Stirbt letztlich der ganze Planet.
    Damit nicht wahr wird böser Traum,
    Gilt’s zu kämpfen für jeden Baum.

    Rainer Kirmse , Altenburg

    Herzliche Grüße aus Thüringen

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