Archiv der Kategorie: Biodiversität

Die Heimat lebenswert machen

Gastbeitrag von Eberhard Freiherr von Gemmingen-Hornberg anlässlich des 50 jährigen Bestehens des Naturpark Steinwald.

Gurgelnde Bäche, geheimnisvolle Felsen, alte, auch tote Bäume, große und kleine Teiche – das und vieles mehr finden Sie im Naturpark Steinwald. Solche Juwele halbwegs intakter Natur kommen in unserer dicht besiedelten und von Menschen gestalteten Kulturlandschaft nicht mehr oft vor. Schutz durch behutsame Nutzung ist die Devise. Gegenseitige Rücksichtnahme statt egoistischer Ausbeutung. Die Heimat lebenswert machen weiterlesen

Die Mär vom traurigen Kuckuck

Ich kann mich noch gut erinnern, dass mir meine Mutter zu meinem Geburtstag immer die ersten Schneeglöckchen aus unserem Garten auf den Geburtstagstisch stellte. Und der ist seit meiner Geburt im Babyboomerjahr 1962 zuverlässig am 22. Januar. Bei uns war es ziemlich normal und eher ein Grund zu Freude, wenn die ersten Frühlingsboten schon so zeitig aus dem Boden spitzten. Zugegebenermaßen stamme ich aus einer milden Weinbauregion, wo jede Schneeflocke mit großem Hallo willkommen geheißen wurde. Allerdings bleibt der Schnee jetzt oft völlig aus, eine Folge der Klimaerwärmung, daran gibt es nichts zu rütteln. Die Mär vom traurigen Kuckuck weiterlesen

Mehr Schutz für Tropenwälder

Als der Naturforscher Alexander von Humboldt im Jahre 1800 auf dem Orinoco durch Venezuela reiste war er fasziniert: Er begegnete völlig unbekannten Tier- und Pflanzenarten und bestaunte einen üppigen dichten Regenwald. Es wuselte vor lauter Leben.

Seither hat sich vieles verändert: Mehr als die Hälfte aller tropischen Regenwälder Afrikas, Asiens und Südamerikas wurden bereits durch Menschenhand vernichtet. Die Folgen für das globale Klima, die biologische Vielfalt unserer Erde aber auch für die indigenen Völker sind katastrophal. Mehr Schutz für Tropenwälder weiterlesen

Hungrige Geister – Die unermessliche Gier der Windkraftplaner

Die Tradition des Mahayana-Buddhismus bildet die Welt in sechs Daseinsbereichen ab. Je nach seinen guten oder schlechten Taten wird jedes Lebewesen nach dem Tod in einen dieser Daseinsbereiche wieder hineingeboren.

Nur knapp oberhalb der buddhistischen Hölle und noch weit unterhalb der Tiere befindet sich der Bereich der „Hungergeister“. Bildlich werden Hungergeister mit aufgeblähten Bäuchen, viel zu engen Mündern und extrem langen und schmalen Hälsen dargestellt. Es ist ihnen nahezu unmöglich, ihre dicken Blähbäuche zu füllen. Sie werden niemals satt. Jeder Versuch zu essen bereitet ihnen unvorstellbare Qualen. Hier landen all jene, die in ihrer Vorexistenz habgierig waren und in keiner Phase ihres Lebens genug bekommen konnten.

Im Daseinsbereich der „Hungergeister“ lassen sich die Verfasser des „Aktionsplan für mehr Genehmigungen von Windenergieanlagen an Land“ verorten. Hungrige Geister – Die unermessliche Gier der Windkraftplaner weiterlesen

Lasst doch endlich unseren Wald in Ruhe!

Weißt Du, was ein Wald ist? Ist ein Wald etwa nur Zehntausend Klafter Holz? Oder ist er eine grüne Menschenfreude? (Bert Brecht)

Ende September möchte die Bundesregierung ein lang diskutiertes Maßnahmenprogramm zum Erreichen ihrer ambitionierten Klimaziele vorlegen. Dieses soll im Anschluss in ein Klimaschutzgesetz gegossen werden. Lasst doch endlich unseren Wald in Ruhe! weiterlesen

Mehr wilde Wälder braucht das Land

Unser Wald braucht Strukturreichtum. Weitere Fragmentierungen sind zu stoppen. Nur so lässt sich die Biodiversität fördern.

Naturschutz ist wieder „in“, lautet die Kernaussage einer Naturbewusstseinsstudie des Bundesamtes für Naturschutz aus dem Jahr 2017. Jüngstes Beispiel ist das Volksbegehren „Rettet die Bienen!“, das rund 1.7 Millionen Menschen unterstützen. Auch der Wald rückt verstärkt in den Fokus der Öffentlichkeit, wie es der Streit um die Rodungen im Hambacher Forst zeigt. Mehr wilde Wälder braucht das Land weiterlesen

Volksbegehren „Rettet die Bienen!“ – beteiligen oder nicht?

Seit einigen Tagen läuft in Bayern das Volksbegehren „Rettet die Bienen!“. Es wurde von der ÖDP initiiert und wird von vielen Gruppierungen, Vereinen und Unternehmen unterstützt. Kurz gesagt sind die meisten Inhalte des Volksbegehrens gut und sinnvoll. Einige für den Arten- und Insektenschutz wichtige Punkte fehlen jedoch. Die eine oder andere Begründung im Volksbegehren ist recht kurios. Nicht alle Unterstützer des Volksbegehrens haben sich in der Vergangenheit als Artenschützer ausgezeichnet. Volksbegehren „Rettet die Bienen!“ – beteiligen oder nicht? weiterlesen

Das Wiederansiedlungsprojekt Habichtskauz

„Das einzig Beständige ist der Wandel“

Dieser Aphorismus des Vorsokratikers Heraklit trifft auch für viele Tierarten, darunter der Habichtskauz (Strix uralensis), zu. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts brütete der Uralkauz, wie er auch genannt wird, in den montanen Wäldern Ostbayerns und des auf tschechischer Seite angrenzenden Böhmerwaldes (Šumava) und Böhmischen Waldes (Český les). Der letzte seiner Art wurde den Aufzeichnungen nach um 1926 bei Schüttenhofen (Sušice) in Westböhmen abgeschossen. Obwohl seine Hauptnahrung nur aus Mäusen besteht, galt er damals vollkommen zu Unrecht als „schädliches Raubzeug“ und wurde konsequent bejagt. Das Wiederansiedlungsprojekt Habichtskauz weiterlesen

Waldbau in der Zukunft

Wenn man sich über die Zukunft des Waldbaues in Bayern Gedanken macht, ist es hilfreich, erstmal in die Vergangenheit zu schauen. Mit immerhin 30 Jahren Erfahrung in der Leitung eines privaten Forstbetriebes fällt mir da einiges ein und auf.

Kommen wir zunächst zur Sprunghaftigkeit der Bayerischen Forstpolitik.

Als ich 1987 hier den Job von meinem Vater übernommen habe, gab es noch in Resten die sogenannte Boden-Reinertragslehre. Die Fichte war das Maß aller Dinge. Ich erinnere mich noch genau, wie unsere Holzhauer Altbuchen ringeln mussten, damit diese den heiligen Fichten weniger Platz wegnehmen. Waldbau in der Zukunft weiterlesen

Vergessene Arten im Naturschutz

Naturschutz ist scheinbar wieder „in“. Die Deutschen lieben die Natur.  Dies ist das Ergebnis einer Naturbewusstseinsstudie, die vom Bundesamt für Naturschutz im Jahr 2017 erstellt  wurde. Wie mit der Natur weltweit umgegangen wird, bereitet den Deutschen die größten Sorgen. Der Wunsch nach einem nachhaltigen Schutz der Meere und die Angst vor der Gentechnik in der Landwirtschaft dominieren. Vergessene Arten im Naturschutz weiterlesen