Archiv der Kategorie: Klimawandel

Glosse: Zurück zum Arschwurz?

Nicht nur der Aufstieg des Klopapiers zum ikonischen Produkt der Coronakrise ist bemerkenswert. Mit Erstaunen liest man derzeit auch Berichte, wonach die Emissionen zurückgehen und Deutschland noch seine „Klimaziele“ erreichen könne.  Dem Virus sei Dank. Gehts noch?

Nie war er so wertvoll wie heute, der Ökomarkt um die Ecke. Da gibt’s nämlich ein rares Gut, das sich gerade anschickt, zum ikonischen Produkt der Coronakrise zu werden: Klopapier. Allerdings kostet der Pack mit acht schneeweißen Rollen, dreilagig, markante fünf Euro, was sich nur besserverdienende Toilettenbenutzer leisten können und der Grund dafür sein könnte, warum im Normalosupermarkt und beim Discounter die Regale mit Hygieneartikeln blitzeblank leer geräumt sind. Kleiner Vorgeschmack auf die Schwarzmarktpreise, die uns ins Haus stehen, wenn Corona vielleicht mal vorbei ist, uns dafür aber die größte Wirtschaftskrise aller Zeiten beutelt. Glosse: Zurück zum Arschwurz? weiterlesen

Die Mär vom traurigen Kuckuck

Ich kann mich noch gut erinnern, dass mir meine Mutter zu meinem Geburtstag immer die ersten Schneeglöckchen aus unserem Garten auf den Geburtstagstisch stellte. Und der ist seit meiner Geburt im Babyboomerjahr 1962 zuverlässig am 22. Januar. Bei uns war es ziemlich normal und eher ein Grund zu Freude, wenn die ersten Frühlingsboten schon so zeitig aus dem Boden spitzten. Zugegebenermaßen stamme ich aus einer milden Weinbauregion, wo jede Schneeflocke mit großem Hallo willkommen geheißen wurde. Allerdings bleibt der Schnee jetzt oft völlig aus, eine Folge der Klimaerwärmung, daran gibt es nichts zu rütteln. Die Mär vom traurigen Kuckuck weiterlesen

Watchblog-Glosse: Die ökologische Weihnachtsreform

Warum nicht Weihnachten in den Sommer verlegen? Schnee im Dezember wird eh immer seltener und ökologisch gesehen hätte eine solche Reform enorme Vorteile.

Jetzt geht das wieder los: Wo fahrt ihr über Weihnachten hin? Wir sind in Thailand, auf Barbados, in Teneriffa, in Kalifornien, auf den Malediven… Sonne tanken, dem Weihnachtsrummel entfliehen, der lieben Familie, was sie so sagen die Vielflieger. Ich hör mir das an und sag dann, wie immer, dass wir zu Hause bleiben, weil wir Weihnachten nicht zusammen mit irgendwelchen fremden Leuten verbringen möchten.

Weihnachten im Hotel: Haben wir einmal gemacht und nie wieder. Zwar nicht in den Tropen, sondern in Südtirol – es war trotzdem ein Alptraum. Die Gastwirtsfamilie sah sich genötigt, nach dem mäßigen Heiligabendmenü eine Art Feierstunde zu organisieren. Sehr früh, fast wie im Krankenhaus, weil die ja noch selbst feiern wollte. Watchblog-Glosse: Die ökologische Weihnachtsreform weiterlesen

Ist die Windkraft verfassungswidrig?

Der renommierte Jurist Dietrich Murswieck, emeritierter Professor für öffentliches Recht an der Universität Freiburg, bezweifelt die Verfassungsmäßigkeit eines weiteren Ausbaus der Windkraft in Deutschland. Sein wichtigstes Argument: die mittlerweile fast 30 000 Windindustrieanlagen im Land hätten keinerlei messbaren Effekt für den weltweiten Klimaschutz. Deshalb verstoße deren Milliarden schwere Subventionierung gegen Artikel 20a des Grundgesetzes, wonach der Zustand der Umwelt durch staatliche Maßnahmen nicht verschlechtert werden dürfe. Vor einem möglichen weiteren Ausbau der Windenergie müsse eine solide Abschätzung der Folgen der Windkraft für Natur und Landschaft vorgenommen werden.

Hier lesen Sie Murswieks Analyse aus der FAZ >>>

Mehr Schutz für Tropenwälder

Als der Naturforscher Alexander von Humboldt im Jahre 1800 auf dem Orinoco durch Venezuela reiste war er fasziniert: Er begegnete völlig unbekannten Tier- und Pflanzenarten und bestaunte einen üppigen dichten Regenwald. Es wuselte vor lauter Leben.

Seither hat sich vieles verändert: Mehr als die Hälfte aller tropischen Regenwälder Afrikas, Asiens und Südamerikas wurden bereits durch Menschenhand vernichtet. Die Folgen für das globale Klima, die biologische Vielfalt unserer Erde aber auch für die indigenen Völker sind katastrophal. Mehr Schutz für Tropenwälder weiterlesen

Lasst doch endlich unseren Wald in Ruhe!

Weißt Du, was ein Wald ist? Ist ein Wald etwa nur Zehntausend Klafter Holz? Oder ist er eine grüne Menschenfreude? (Bert Brecht)

Ende September möchte die Bundesregierung ein lang diskutiertes Maßnahmenprogramm zum Erreichen ihrer ambitionierten Klimaziele vorlegen. Dieses soll im Anschluss in ein Klimaschutzgesetz gegossen werden. Lasst doch endlich unseren Wald in Ruhe! weiterlesen

Salzburger Klimagespräche

 

Auch die Salzburger Festspiele diskutieren übers Klima. Das Foto zeigt die österreichische Festspielmetropole bei Nacht mit hohem Energiebedarf.

Letztes Jahr hatte es bei den Salzburger Festspielen durchs Dach geregnet. Bei einem Konzert des russischen Meisterpianisten Grigori Sokolov begann es auf einmal, ins Auditorium des Großen Festspielhauses zu tropfen. Ich habe in dieser Kolumne darüber berichtet. Das Malheur, verursacht durch ein ungewöhnlich heftiges Gewitter mit Platzregen, war schnell behoben. Hernach sprach man davon, dass der Klimawandel nun wohl auch die Festspiele erreicht hätten, das größte und nobelste Musik- und Theaterfestival der Welt.

Dieses Jahr blieb es bislang glücklicherweise trocken, kein neuerlicher Wassereinbruch in den Spielstätten dämpfte die Festspielfreude. Sogar die „Jedermann“-Premiere konnte draußen auf dem Domplatz stattfinden, nachdem sie in den beiden Jahren zuvor wegen Regens ins Große Festspielhaus verlegt worden war. Und auf der Perner-Insel in Hallein, der Off-Spielstätte der Festspiele, musste das Dach der unklimatisierten alten Salzsiedehalle einmal nicht – wie bei längeren Hitzewellen unabdingbar – von der Feuerwehr mit Wasser gekühlt werden. Salzburger Klimagespräche weiterlesen

Außer Kontrolle

Als man vor ein paar Jahren damit begann, in Skigebieten Schnee für den Winter unter weißen Planen zu horten (Snowfarming) oder Teile von Gletschern mit ebensolchen Plastikmäntelchen einzuhüllen, war das noch eine Kuriosität. Heute ist das vielerorts Alltag und regt niemanden mehr auf, auch wenn der Nutzen marginal sein dürfte. Wenn die Gletscher schmelzen, schmelzen sie, da hilft auch kein Präservativ.

Und die Vorschläge, wie man mit großtechnischen Mitteln gegen den Klimawandel und seine realen oder befürchteten Folgen ankämpfen könnte, werden immer irrsinniger: Riesige Spiegel im All sollen das Sonnenlicht reflektieren und die Erdtemperatur senken. Alternativ oder ergänzend dazu wird darüber nachgedacht, ob man mit einer Düngung der Weltmeere das Algenwachstum anregen und damit der Luft Kohlendioxid entziehen könnte. Technisch wäre das, nun ja, anspruchsvoll. Kosten: unvorstellbar, Risiken und Nebenwirkungen: unbekannt.   Außer Kontrolle weiterlesen

Auf dem Weg zu einer „bürgerlichen Ökorevolution“?

Seit Beginn der „Klimastreiks“ von Schülern und der Fridays for Future-Freitagsmärsche scheinen nicht wenige Journalisten sowohl der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten als auch einschlägiger Blätter des Klima-Alarm-Feuilletons von einer „ökologischen Bürgerrevolution“ zu träumen, oder sich diese herbeizuwünschen, herbeizuschreiben und herbeizureden. Selbst in Wissens-Sendungen und populären Wissenschaftsmagazinen wird gezielt und fordernd nach „Radikalisierung“ des Protestes und nach „radikalem Klimaschutz“ gefragt. Steht  Deutschland wirklich vor einer bürgerlichen „Öko-Revolution“? Dieser Frage geht der Biologe und Watchblog-Autor Dr. Wolfgang Epple in einem Essay nach.

Der Versuch, durch permanenten medialen Hype um „Klimakatastrophe“, Rezo und die Schülerstreiks die deutsche Gesellschaft an den Vorabend einer „Revolution“ zu rücken, mag durchsichtig und eindeutig zu Gunsten eines politischen Lagers motiviert sein. Eine umfassend und ganzheitlich an Menschlichkeit und Naturbewahrung ausgerichtete „Bürgerrevolution“, die die Bezeichnung „ökologisch“ verdiente, bleibt angesichts der Defizite der Klima-„Bewegung“, die angesichts von Scharfmachen und Ausgrenzen bereits im zwischenmenschlichen Bereich beginnen, nach Epples Auffassung ein Phantasma der Begleitschreiber und Begleitberichterstatter.

Lesen Sie den gesamten Essay.

Und die Geschichte wiederholt sich doch – Waldsterben und Klimahysterie

„Die ersten großen Wälder werden schon in den nächsten fünf Jahren sterben. Sie sind nicht mehr zu retten“, lautete die düstere Prognose des Forstwissenschaftlers Prof. Bernhard Ulrich im Jahr 1981. Weitere Fachleute schlossen sich ihm an und prophezeiten eine „Umweltkatastrophe von bisher unvorstellbarem Ausmaß“. Eine Titelgeschichte des „Spiegels“ brachte das „Waldsterben“ dann erst richtig in den Fokus der Öffentlichkeit: „Saurer Regen über Deutschland – Der Wald stirbt“ stand auf dem Titelblatt des Heftes 47/1981. Der Eyecatcher hatte Erfolg. Das Heft fand reißenden Absatz. Und die Geschichte wiederholt sich doch – Waldsterben und Klimahysterie weiterlesen