Alle Beiträge von Johannes Bradtka

Mehr Schutz für Tropenwälder

Als der Naturforscher Alexander von Humboldt im Jahre 1800 auf dem Orinoco durch Venezuela reiste war er fasziniert: Er begegnete völlig unbekannten Tier- und Pflanzenarten und bestaunte einen üppigen dichten Regenwald. Es wuselte vor lauter Leben.

Seither hat sich vieles verändert: Mehr als die Hälfte aller tropischen Regenwälder Afrikas, Asiens und Südamerikas wurden bereits durch Menschenhand vernichtet. Die Folgen für das globale Klima, die biologische Vielfalt unserer Erde aber auch für die indigenen Völker sind katastrophal. Mehr Schutz für Tropenwälder weiterlesen

Hungrige Geister – Die unermessliche Gier der Windkraftplaner

Die Tradition des Mahayana-Buddhismus bildet die Welt in sechs Daseinsbereichen ab. Je nach seinen guten oder schlechten Taten wird jedes Lebewesen nach dem Tod in einen dieser Daseinsbereiche wieder hineingeboren.

Nur knapp oberhalb der buddhistischen Hölle und noch weit unterhalb der Tiere befindet sich der Bereich der „Hungergeister“. Bildlich werden Hungergeister mit aufgeblähten Bäuchen, viel zu engen Mündern und extrem langen und schmalen Hälsen dargestellt. Es ist ihnen nahezu unmöglich, ihre dicken Blähbäuche zu füllen. Sie werden niemals satt. Jeder Versuch zu essen bereitet ihnen unvorstellbare Qualen. Hier landen all jene, die in ihrer Vorexistenz habgierig waren und in keiner Phase ihres Lebens genug bekommen konnten.

Im Daseinsbereich der „Hungergeister“ lassen sich die Verfasser des „Aktionsplan für mehr Genehmigungen von Windenergieanlagen an Land“ verorten. Hungrige Geister – Die unermessliche Gier der Windkraftplaner weiterlesen

Lasst doch endlich unseren Wald in Ruhe!

Weißt Du, was ein Wald ist? Ist ein Wald etwa nur Zehntausend Klafter Holz? Oder ist er eine grüne Menschenfreude? (Bert Brecht)

Ende September möchte die Bundesregierung ein lang diskutiertes Maßnahmenprogramm zum Erreichen ihrer ambitionierten Klimaziele vorlegen. Dieses soll im Anschluss in ein Klimaschutzgesetz gegossen werden. Lasst doch endlich unseren Wald in Ruhe! weiterlesen

Und die Geschichte wiederholt sich doch – Waldsterben und Klimahysterie

„Die ersten großen Wälder werden schon in den nächsten fünf Jahren sterben. Sie sind nicht mehr zu retten“, lautete die düstere Prognose des Forstwissenschaftlers Prof. Bernhard Ulrich im Jahr 1981. Weitere Fachleute schlossen sich ihm an und prophezeiten eine „Umweltkatastrophe von bisher unvorstellbarem Ausmaß“. Eine Titelgeschichte des „Spiegels“ brachte das „Waldsterben“ dann erst richtig in den Fokus der Öffentlichkeit: „Saurer Regen über Deutschland – Der Wald stirbt“ stand auf dem Titelblatt des Heftes 47/1981. Der Eyecatcher hatte Erfolg. Das Heft fand reißenden Absatz. Und die Geschichte wiederholt sich doch – Waldsterben und Klimahysterie weiterlesen

Fichte ade

Sie packt es einfach nicht mehr und verabschiedet sich langsam aus weiten Teilen Deutschlands: Die Gemeine Rotfichte (Picea abies). Jahrzehntelang galt sie als Brotbaum der Waldbesitzer.  Kälte und Frost machen ihr wenig aus. Das heimische Wild verbeißt ihre stacheligen Nadeln kaum. Bereits im Alter von nur achtzig Jahren kann sie als Bauholz zu ordentlichen Preisen vermarktet werden. Kurzum: Sie ist – oder vielmehr war – der ideale Baum der modernen Forstwirtschaft. Fichte ade weiterlesen

Was unterscheidet einen Blog von einem online-Magazin?

Gleich vorweg: Die Beiträge auf dem Umwelt Watchblog sind Meinungsartikel eines jeden einzelnen Autors, nicht des VLAB. Sachlichkeit, Ausgewogenheit und Korrektheit sind Ziele eines Magazins. Ein Blog sollte durchaus mit seinen Artikeln provozieren und zur kontroversen Diskussion anregen. Manche unserer Autoren nutzen deshalb in ihren Texten gerne die  Stilmittel der Persiflage, Satire oder Polemik. Wer das nicht mag, dem sei das Börsen- oder Bundesgesetzblatt empfohlen. Was unterscheidet einen Blog von einem online-Magazin? weiterlesen

Mehr wilde Wälder braucht das Land

Unser Wald braucht Strukturreichtum. Weitere Fragmentierungen sind zu stoppen. Nur so lässt sich die Biodiversität fördern.

Naturschutz ist wieder „in“, lautet die Kernaussage einer Naturbewusstseinsstudie des Bundesamtes für Naturschutz aus dem Jahr 2017. Jüngstes Beispiel ist das Volksbegehren „Rettet die Bienen!“, das rund 1.7 Millionen Menschen unterstützen. Auch der Wald rückt verstärkt in den Fokus der Öffentlichkeit, wie es der Streit um die Rodungen im Hambacher Forst zeigt. Mehr wilde Wälder braucht das Land weiterlesen

Volksbegehren „Rettet die Bienen!“ – beteiligen oder nicht?

Seit einigen Tagen läuft in Bayern das Volksbegehren „Rettet die Bienen!“. Es wurde von der ÖDP initiiert und wird von vielen Gruppierungen, Vereinen und Unternehmen unterstützt. Kurz gesagt sind die meisten Inhalte des Volksbegehrens gut und sinnvoll. Einige für den Arten- und Insektenschutz wichtige Punkte fehlen jedoch. Die eine oder andere Begründung im Volksbegehren ist recht kurios. Nicht alle Unterstützer des Volksbegehrens haben sich in der Vergangenheit als Artenschützer ausgezeichnet. Volksbegehren „Rettet die Bienen!“ – beteiligen oder nicht? weiterlesen

Schneebruch – Ein Indiz für den Klimawandel?

Noch im Herbst 2018 wurde vor einem niederschlagsarmen Winter mit katastrophalen Folgen für die Land- und Forstwirtschaft gewarnt. Seit Jahrzehnten sinke nämlich die Schneemenge, der Winter würde sogar in den bayerischen Bergen schrumpfen, man müsse Abschied vom weißen Winter nehmen und befinde sich mitten im Treibhaus, verkündete der Bayerische Rundfunk ungewohnt reißerisch auf seiner Webseite. Schneebruch – Ein Indiz für den Klimawandel? weiterlesen

Das Wiederansiedlungsprojekt Habichtskauz

„Das einzig Beständige ist der Wandel“

Dieser Aphorismus des Vorsokratikers Heraklit trifft auch für viele Tierarten, darunter der Habichtskauz (Strix uralensis), zu. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts brütete der Uralkauz, wie er auch genannt wird, in den montanen Wäldern Ostbayerns und des auf tschechischer Seite angrenzenden Böhmerwaldes (Šumava) und Böhmischen Waldes (Český les). Der letzte seiner Art wurde den Aufzeichnungen nach um 1926 bei Schüttenhofen (Sušice) in Westböhmen abgeschossen. Obwohl seine Hauptnahrung nur aus Mäusen besteht, galt er damals vollkommen zu Unrecht als „schädliches Raubzeug“ und wurde konsequent bejagt. Das Wiederansiedlungsprojekt Habichtskauz weiterlesen