Waldbau in der Zukunft

Wenn man sich über die Zukunft des Waldbaues in Bayern Gedanken macht, ist es hilfreich, erstmal in die Vergangenheit zu schauen. Mit immerhin 30 Jahren Erfahrung in der Leitung eines privaten Forstbetriebes fällt mir da einiges ein und auf.

Kommen wir zunächst zur Sprunghaftigkeit der Bayerischen Forstpolitik.

Als ich 1987 hier den Job von meinem Vater übernommen habe, gab es noch in Resten die sogenannte Boden-Reinertragslehre. Die Fichte war das Maß aller Dinge. Ich erinnere mich noch genau, wie unsere Holzhauer Altbuchen ringeln mussten, damit diese den heiligen Fichten weniger Platz wegnehmen. Waldbau in der Zukunft weiterlesen

Die Gelbwesten, die Ökologie und die soziale Frage

 „Wird Ökologie zur sozialen Frage“? Das fragte sich kürzlich bang die linksgrüne taz und traf damit, wohl ungewollt, ins Schwarze. Der Berichterstatter der Zeitung bezog sich in seinem Artikel auf die teilweise gewalttätigen Proteste der „gelben Westen“ in Frankreich und Belgien, die sich bekanntlich an der Erhöhung der Treibstoffpreise durch die Regierung Macron entzündeten. Macron will damit vorgeblich die Abkehr von den fossilen Treibstoffen einleiten. Allerdings soll nur ein geringer Teil der zusätzlichen Steuereinnahmen in die Ökowende fließen, der Löwenanteil soll dem allgemeinen Staatshaushalt zugute kommen. Die Gelbwesten, die Ökologie und die soziale Frage weiterlesen

Hauptsache, er fällt nicht um!

Politikum Weihnachtsfichte: Einen alten Baum zu fällen, nur damit er ein paar Wochen mit Lichterketten behangen auf dem Weihnachtsmarkt steht, ist verpönt. Für Spott sorgen dagegen windschiefe, kranke Exemplare.

Watchblog-Glosse Etscheits Alltagsstress

Auf dem Münchner Marienplatz haben sie gerade wieder den großen Christbaum aufgerichtet. Dafür muss immer ein Tieflader anrücken. Dann wird der Baum mit einem Kran in die Senkrechte gebracht und von Elektrikern des städtischen Bauamtes mit Lichterketten behängt, auf dass er bis zum Heiligen Abend die Besucher des Münchner Christkindlmarktes erfreut.

Es ist seit 1977 Tradition, dass jedes Jahr eine andere bayerische Kommune der Landeshauptstadt eine mehr oder weniger schöne Weihnachts-Fichte spendiert. Heuer kommt sie aus dem oberbayerischen Farchant, ist 25 Meter hoch und 142 Jahre alt. Hauptsache, er fällt nicht um! weiterlesen

Infraschall durch Windkraftanlagen

Tagtäglich ist von neuen Katastrophen zu hören, die unser Leben und unsere Gesundheit bedrohen und gefährden: der so genannte Klimawandel, die Diesel-Affäre, die Verschmutzung unseres Trinkwassers durch Giftstoffe aus der Landwirtschaft, der Flächenfraß durch Gewerbe, Industrie, Infrastrukturmaßnahmen und neue Wohnbauprojekte, das Sterben der Bienen, der signifikante Rückgang bei Flora und Fauna – gerade auch bei den Insekten, um hier nur einige wenige Gesichtspunkte zu nennen. Infraschall durch Windkraftanlagen weiterlesen

Geopferte Landschaften – eine kritische Bestandsaufnahme der Energiewende

Was die Energiewende-Technokraten mit der Natur und Landschaft in Deutschland schon alles anrichteten und was sie noch in petto haben beschrieb Georg Etscheit mit zum Teil drastischen Worten beim Liberalen Forum am Freitag, 23. November in Donaueschingen im Schwarzwald.

Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrte Frau Landtagsabgeordnete,
lieber Herr Reith,

zunächst möchte ich mich herzlich bei Ihnen für die Einladung bedanken, hier, vor Ihnen heute Abend sprechen zu können.

Eigentlich sollte diese Rede Enoch zu Guttenberg halten. Geopferte Landschaften – eine kritische Bestandsaufnahme der Energiewende weiterlesen

Atlantis in Salzburg

Die Klassikbranche ist, trotz ihrer eigentlich immateriellen Produkte, sehr ressourcenintensiv. Um auf dem Karriere-Karussell oben zu bleiben, ist der Rollkoffer unentbehrlich. Unter der Rastlosigkeit der Stars leidet nicht nur die Umwelt, sondern zuweilen auch die künstlerische Qualität.

Watchblog-Glosse „Etscheits Alltagsstress“

Eigentlich feuchten sich die noblen Gäste der Salzburger Festspiele eher inwendig an: mit teurem Champagner. Doch letztes Jahr wurde es für manche Besucher des weltberühmten Festivals auch von außen ungemütlich nass. Es regnete nämlich kräftig hinein ins voll besetzte Große Festspielhaus.

Während eines abendlichen Klavierrezitals des russischen Pianisten Grigori Sokolow entlud sich ein ungewöhnlich ergiebiger Gewitterregen über der Festspielstadt. Innerhalb von gerade mal zehn Minuten gab es 14 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. „Das ist schon sehr viel gewesen und kommt nur selten vor“, erläuterte damals ein Mitarbeiter des Wetterdienstes. Atlantis in Salzburg weiterlesen

Oh zorniger Taranis, bitte ein Machtwort!

 

Watchblog-Glosse  Etscheits Alltagsstress

Brrraomm! Mit einem veritablen antiken Starkregenereignis beginnt die 19. Episode der Abenteuer von Asterix dem Gallier. Die wichtigsten Bewohner jenes kleinen gallischen Dorfes, das wir alle gut kennen, haben sich in der Hütte des Häuptlings Majestix versammelt, um das Ende des mächtigen Gewitters abzuwarten, das Taranis, der Gott des Donners, über sie hat hereinbrechen lassen. 

Plötzlich steht im zuckenden Schein der Blitze ein Fremder in der Tür, ein Seher. Er verspricht Beistand vor den entfesselten Naturgewalten und prophezeit nach Lektüre der Eingeweide eines vom örtlichen Fischhändler zur Verfügung gestellten, nicht mehr ganz frischen Schuppentieres, dass den Galliern keineswegs der Himmel auf den Kopf fallen werde und sich nach Ende des Regens – Borvo, dem Gott der Heilquellen, sei Dank – wieder schönes Wetter einstellen werde.
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Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Fröschen werfen

Die Bayerische Staatsoper gibt viermal pro Jahr eine opulent aufgemachte Hauszeitschrift namens „Max Joseph“ heraus, die die SZ einmal süffisant als „Staatsfeuilleton“ apostrophierte. In der aktuellen Ausgabe findet sich eine bizarre Liebeserklärung der Geigerin Patricia Kopatchinskaja an Deutschlands „Klimapapst“ Hans Joachim Schellnhuber, zu künstlerisch wertvollen Bildern sterbender Gletscher. Eine Replik.

Liebe Frau Kopatchinskaja, ich habe zwar nicht ganz verstanden, was Sie in ihrem etwas verschwurbelten Beitrag über den Klimawandel in der Zeitschrift Max Joseph (Ausgabe Herbst 2018) mit den Fröschen gemeint haben, die sich freiwillig oder unfreiwillig dem Hitzestress aussetzen oder auch nicht. Ich bin jedenfalls kein Frosch, auch wenn ich nach der Lektüre das Gefühl habe, dass mir einer im Halse steckt und ich schrecklich husten muss.

Und dass der möglicherweise Klima bedingte Untergang der Dinosaurier eine so furchtbare Katastrophe war, kann ich auch nicht recht nachvollziehen. Ich bin sogar ganz froh darüber, dass die Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Fröschen werfen weiterlesen

Vergessene Arten im Naturschutz

Naturschutz ist scheinbar wieder „in“. Die Deutschen lieben die Natur.  Dies ist das Ergebnis einer Naturbewusstseinsstudie, die vom Bundesamt für Naturschutz im Jahr 2017 erstellt  wurde. Wie mit der Natur weltweit umgegangen wird, bereitet den Deutschen die größten Sorgen. Der Wunsch nach einem nachhaltigen Schutz der Meere und die Angst vor der Gentechnik in der Landwirtschaft dominieren. Vergessene Arten im Naturschutz weiterlesen

Naturschutz in der Krise

Grußworte von Prof. Dr. Josef H. Reichholf anlässlich seiner Ernennung zum Ehrenpräsidenten des Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern e.V. (VLAB) am 13. Oktober 2018 in Greding/Mittelfranken.

Der Naturschutz ist in der Krise. Seit geraumer Zeit. Sie äußert sich besonders stark in drei Bereichen. Zwei davon werden öffentlich wahrgenommen und diskutiert: Naturschutz in der Krise weiterlesen