Opium für das Anti-Windkraft-Volk

Ein großer Befreiungsschlag sollte es werden: Die lang diskutierte 1000 Meter Abstandsregelung zwischen Windrädern und Siedlungen. Mit ihr wollte Bundesenergieminister Peter Altmaier die deutschen Windkraftgegner sedieren, um gleichzeitig den weiteren Ausbau der Landschaftskiller und Vogelschredder widerstandslos forcieren zu können.

Vergangene Woche war es dann endlich soweit. „Koalition legt Streit um Windkraft bei“ titelte am 18. Mai Michael Bauchmüller von der Süddeutschen Zeitung. Opium für das Anti-Windkraft-Volk weiterlesen

Zum zweiten Todestag Enoch zu Guttenbergs

„Musizieren gegen den Untergang“ – Der Dirigent und Umweltschützer Enoch zu Gutttenberg, ein biografisches Porträt

 „Er war ein Mensch, der viele Leben und viele Geschichten gelebt hatte“. Dies schreibt der international bekannte US-Dirigent Kent Nagano in seinem Vorwort zu Georg Etscheits Biografie über den Dirigenten und Umweltschützer Enoch zu Guttenberg, die zum zweiten Todestag Guttenbergs (15. Juni 2020) im Mainzer Verlag Schott Music erschienen ist.

Der Spross eines alten, fränkischen Adelshauses, Vater des früheren Bundesministers und CSU-Hoffnungsträgers Karl-Theodor zu Guttenberg, war ohne Zweifel eine äußerst facettenreiche Persönlichkeit. Er war nicht nur ein bedeutender Musiker, sondern auch ein einflussreicher Umweltpolitiker mit Kontakten bis in die höchsten Ebenen der deutschen Politik.

Er war zudem ein erfolgreicher Unternehmer, der den Familienbesitz vor dem Untergang rettete, er war begeisterter Jäger und ehrgeiziger Reiter, ambitionierter Fotograf, geschmackssicherer Sammler von Altertümern, brillanter Redner und Schreiber und origineller Geschichtenerzähler. Er konnte feiern und trinken bis zum Umfallen und neigte zugleich zu Schwermut  und apokalyptischen Anwandlungen, die auch in seinem musikalischen Schaffen tiefe Spuren hinterließen. Lebenslang haderte er mit den Resten seines katholischen Glaubens und rang damit vor allem den Passionen Johann Sebastian Bachs tief verstörende Sichtweisen ab. Zum zweiten Todestag Enoch zu Guttenbergs weiterlesen

Mir reichts, liebe Apokalyptiker

 

Ich habe sie auch lange Zeit ersehnt, die große Krise, die die Menschen dazu zwingt, endlich das Ruder herumzuwerfen. Doch jetzt, wo sie da ist,  die Katastrophe, vergeht mir die Lust am apokalyptischen Räsonieren.

„Das Grauen, das Grauen“, raunt Marlon Brando alias Oberst Kurtz, ein durchgeknallter US-Militär, der im vietnamesischen Urwald eine surrealistische Gewaltherrschaft über desertierte Soldaten und Angehörige einheimischer Bergvölker aufgebaut hat und jetzt von einem Kommando der US-Army zur Strecke gebracht werden soll. Es ist eine Schlüsselszene aus Francis Ford Coppolas Antikriegs-Thriller „Apokalypse now“ von 1979. Vierzig Jahre später haben wir sie nun die Megakrise, zumindest bahnt sich etwas an, das diese Züge trägt.

„Das Grauen“, schießt es mir manchmal durch den Kopf, wenn die Menschen auf der Straße einen großen Bogen um sich machen, wenn man beim scheuen Miteinander-Kommunizieren im Social-Distancing-Modus nur noch daran denkt, dass man sich jetzt vielleicht eine Tröpfcheninfektion einfangen könnte. Wenn die Medien nur noch ein Thema kennen, wenn man morgens mit Corona aufsteht und abends mit dem Virus zu Bett geht, auch wenn man ihn vielleicht noch gar nicht hat. Und wenn man darüber nachdenkt, dass das womöglich erst der Anfang ist. Denn vieles spricht dafür, dass uns die „Maßnahmen“ ziemlich lange erhalten bleiben und uns die größte Wirtschaftskrise seit dem „schwarzen Freitag“ im Jahre 1929 bevorsteht. Mir reichts, liebe Apokalyptiker weiterlesen

Glosse: Zurück zum Arschwurz?

Nicht nur der Aufstieg des Klopapiers zum ikonischen Produkt der Coronakrise ist bemerkenswert. Mit Erstaunen liest man derzeit auch Berichte, wonach die Emissionen zurückgehen und Deutschland noch seine „Klimaziele“ erreichen könne.  Dem Virus sei Dank. Gehts noch?

Nie war er so wertvoll wie heute, der Ökomarkt um die Ecke. Da gibt’s nämlich ein rares Gut, das sich gerade anschickt, zum ikonischen Produkt der Coronakrise zu werden: Klopapier. Allerdings kostet der Pack mit acht schneeweißen Rollen, dreilagig, markante fünf Euro, was sich nur besserverdienende Toilettenbenutzer leisten können und der Grund dafür sein könnte, warum im Normalosupermarkt und beim Discounter die Regale mit Hygieneartikeln blitzeblank leer geräumt sind. Kleiner Vorgeschmack auf die Schwarzmarktpreise, die uns ins Haus stehen, wenn Corona vielleicht mal vorbei ist, uns dafür aber die größte Wirtschaftskrise aller Zeiten beutelt. Glosse: Zurück zum Arschwurz? weiterlesen

Winterstürme, Windstrom und der deutsche Journalismus

Gastbeitrag von Wolfgang Epple

Soziologen, Volkswirte und Journalisten haben das Sagen und das Schreiben, wenn es um die Zukunft unseres Landes geht. Annette Beutler z.B. schreibt für die „Zeit“. Aus Anlass eines „Windstromrekordes“, ausgelöst durch den Wintersturm „Sabine“, der am 10. Februar 2020 über das Land zog, hat sie am 21. Februar 2020 eines der vielen Zeichen für das Elend der Berichterstattung zur sogenannten Energiewende geliefert.

In scheinbar gründliche Recherche gepackt bringt sie zunächst, wenn auch abgemildert, den erkennbaren Irrsinn der Energiewende auf den Punkt: Teurer Geisterstrom, Negativ-Preise an der Strombörse, Entschädigung für nicht produzierten Strom, Redispatch und Netzstabilitätsprobleme… Scheinbar gründlich sei aus dem Artikel belegt: Man lässt sich schließlich inspirieren von der „Denkfabrik“ Agora Energiewende und den Äußerungen der Windkraftbranche, und kolportiert große Teile der dortigen Wunschlisten. Winterstürme, Windstrom und der deutsche Journalismus weiterlesen

Die Mär vom traurigen Kuckuck

Ich kann mich noch gut erinnern, dass mir meine Mutter zu meinem Geburtstag immer die ersten Schneeglöckchen aus unserem Garten auf den Geburtstagstisch stellte. Und der ist seit meiner Geburt im Babyboomerjahr 1962 zuverlässig am 22. Januar. Bei uns war es ziemlich normal und eher ein Grund zu Freude, wenn die ersten Frühlingsboten schon so zeitig aus dem Boden spitzten. Zugegebenermaßen stamme ich aus einer milden Weinbauregion, wo jede Schneeflocke mit großem Hallo willkommen geheißen wurde. Allerdings bleibt der Schnee jetzt oft völlig aus, eine Folge der Klimaerwärmung, daran gibt es nichts zu rütteln. Die Mär vom traurigen Kuckuck weiterlesen

Wenns in den Fingern juckt…

Auch in München, der selbst ernannten Öko-Hauptstadt des selbst ernannten Öko-Weltmeisters Deutschland, sieht man immer häufiger Elektroautos, meist ist es ein im Elektromodus dahin schurrendes Hybrid-Taxi oder ein angeblich emissionsfreier Lieferwagen eines Paketdienstes. Wenn man unbedingt mal so ein schönes Weltrettungsmobil aus der Nähe begutachten möchte, muss man zu einer der noch recht seltenen öffentlichen Ladestationen am Straßenrand pilgern. Wenns in den Fingern juckt… weiterlesen

Die Angst der Tiere vor Weihnachten, dem „Fest der Liebe“

Fleisch essen, ist so überflüssig wie ein Kropf. Aber gerade zu Weihnachten, dem „Fest der Liebe“, stopft man gigantische Mengen davon in sich hinein. Weltweit werden Milliarden Rinder, Schweine, Gänse, Hühner und andere sogenannte „Nutztiere“ für den „Gaumenschmaus“ des Menschen gemeuchelt. Angesichts all der Qualen, die Tieren bei Aufzucht, Transport und Schlachtung angetan wird, ist eine solche fleischliche Ernährungsweise heutzutage jedoch schlicht ein “no go” für aufgeklärte Menschen. Die Angst der Tiere vor Weihnachten, dem „Fest der Liebe“ weiterlesen

Watchblog-Glosse: Die ökologische Weihnachtsreform

Warum nicht Weihnachten in den Sommer verlegen? Schnee im Dezember wird eh immer seltener und ökologisch gesehen hätte eine solche Reform enorme Vorteile.

Jetzt geht das wieder los: Wo fahrt ihr über Weihnachten hin? Wir sind in Thailand, auf Barbados, in Teneriffa, in Kalifornien, auf den Malediven… Sonne tanken, dem Weihnachtsrummel entfliehen, der lieben Familie, was sie so sagen die Vielflieger. Ich hör mir das an und sag dann, wie immer, dass wir zu Hause bleiben, weil wir Weihnachten nicht zusammen mit irgendwelchen fremden Leuten verbringen möchten.

Weihnachten im Hotel: Haben wir einmal gemacht und nie wieder. Zwar nicht in den Tropen, sondern in Südtirol – es war trotzdem ein Alptraum. Die Gastwirtsfamilie sah sich genötigt, nach dem mäßigen Heiligabendmenü eine Art Feierstunde zu organisieren. Sehr früh, fast wie im Krankenhaus, weil die ja noch selbst feiern wollte. Watchblog-Glosse: Die ökologische Weihnachtsreform weiterlesen

Der Tesla: Symbol einer gescheiterten Verkehrswende

Auf einer Straße in Nordtirol unweit der deutschen Grenze war Anfang Oktober ein Tesla verunglückt und in Brand geraten. Die Feuerwehr hatte viel Mühe, die Batterie des Elektroautos zu löschen. Drei Tage lang wurde das Wrack in einem Spezialcontainer unter Wasser gesetzt und gekühlt, um zu verhindern, dass sich der Hochleistungsakkumulator wieder entzündet. Dann fand sich wochenlang niemand, der die Entsorgung des hochproblematischen Elektromülls übernehmen wollte. Ein Auto mit Verbrennungsmotor hätte man nach Ablassen von Öl und Sprit einfach verschrottet.

Derzeit sind solch hochbrisante Havarien nur Einzelfälle. Doch wenn die Zahl der Elektroautos so rasant wachsen sollte, wie In Deutschland und anderen EU-Ländern geplant, wird man sich an kokelnde Teslas und andere Batterie-Mobile gewöhnen müssen. Der Tesla: Symbol einer gescheiterten Verkehrswende weiterlesen