Außer Kontrolle

Als man vor ein paar Jahren damit begann, in Skigebieten Schnee für den Winter unter weißen Planen zu horten (Snowfarming) oder Teile von Gletschern mit ebensolchen Plastikmäntelchen einzuhüllen, war das noch eine Kuriosität. Heute ist das vielerorts Alltag und regt niemanden mehr auf, auch wenn der Nutzen marginal sein dürfte. Wenn die Gletscher schmelzen, schmelzen sie, da hilft auch kein Präservativ.

Und die Vorschläge, wie man mit großtechnischen Mitteln gegen den Klimawandel und seine realen oder befürchteten Folgen ankämpfen könnte, werden immer irrsinniger: Riesige Spiegel im All sollen das Sonnenlicht reflektieren und die Erdtemperatur senken. Alternativ oder ergänzend dazu wird darüber nachgedacht, ob man mit einer Düngung der Weltmeere das Algenwachstum anregen und damit der Luft Kohlendioxid entziehen könnte. Technisch wäre das, nun ja, anspruchsvoll. Kosten: unvorstellbar, Risiken und Nebenwirkungen: unbekannt.   Außer Kontrolle weiterlesen

Öko-„Volk ohne Raum“

Mein Bildschirmschoner präsentiert mir jeden Tag andere schöne Landschaftsimpressionen. Heute war es eine sattgrüne Fjordlandschaft, irgendwo im Norden. Man kann raten, wo das ist, eine Art Onlinequiz. Doch ich mach da nicht mit, weil man wahrscheinlich auf irgendeine Reiseseite gelotst wird und was kaufen soll. 

Diese schönen Fjordlandschaften würde es wohl nicht mehr geben, wenn Deutschland weiter so unbeirrbar voran marschiert bei der Klimarettung. Weil wir die Fjorde dringend brauchen, um unsere überschüssige Wind- und Solarenergie zu speichern. Schließlich heißt es doch immer, Skandinavien sei die „Batterie Europas“.   Öko-„Volk ohne Raum“ weiterlesen

Auf dem Weg zu einer „bürgerlichen Ökorevolution“?

Seit Beginn der „Klimastreiks“ von Schülern und der Fridays for Future-Freitagsmärsche scheinen nicht wenige Journalisten sowohl der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten als auch einschlägiger Blätter des Klima-Alarm-Feuilletons von einer „ökologischen Bürgerrevolution“ zu träumen, oder sich diese herbeizuwünschen, herbeizuschreiben und herbeizureden. Selbst in Wissens-Sendungen und populären Wissenschaftsmagazinen wird gezielt und fordernd nach „Radikalisierung“ des Protestes und nach „radikalem Klimaschutz“ gefragt. Steht  Deutschland wirklich vor einer bürgerlichen „Öko-Revolution“? Dieser Frage geht der Biologe und Watchblog-Autor Dr. Wolfgang Epple in einem Essay nach.

Der Versuch, durch permanenten medialen Hype um „Klimakatastrophe“, Rezo und die Schülerstreiks die deutsche Gesellschaft an den Vorabend einer „Revolution“ zu rücken, mag durchsichtig und eindeutig zu Gunsten eines politischen Lagers motiviert sein. Eine umfassend und ganzheitlich an Menschlichkeit und Naturbewahrung ausgerichtete „Bürgerrevolution“, die die Bezeichnung „ökologisch“ verdiente, bleibt angesichts der Defizite der Klima-„Bewegung“, die angesichts von Scharfmachen und Ausgrenzen bereits im zwischenmenschlichen Bereich beginnen, nach Epples Auffassung ein Phantasma der Begleitschreiber und Begleitberichterstatter.

Lesen Sie den gesamten Essay.

Und die Geschichte wiederholt sich doch – Waldsterben und Klimahysterie

„Die ersten großen Wälder werden schon in den nächsten fünf Jahren sterben. Sie sind nicht mehr zu retten“, lautete die düstere Prognose des Forstwissenschaftlers Prof. Bernhard Ulrich im Jahr 1981. Weitere Fachleute schlossen sich ihm an und prophezeiten eine „Umweltkatastrophe von bisher unvorstellbarem Ausmaß“. Eine Titelgeschichte des „Spiegels“ brachte das „Waldsterben“ dann erst richtig in den Fokus der Öffentlichkeit: „Saurer Regen über Deutschland – Der Wald stirbt“ stand auf dem Titelblatt des Heftes 47/1981. Der Eyecatcher hatte Erfolg. Das Heft fand reißenden Absatz. Und die Geschichte wiederholt sich doch – Waldsterben und Klimahysterie weiterlesen

Anti-Windkraft-Torte für Steinmeier

Mehr als 1 000 Menschen aus ganz Deutschland haben am Verfassungstag (23.5.) in Berlin gegen den ungezügelten Ausbau der Windkraft demonstriert. Vor dem Bundeskanzleramt präsentierten sie eine gehaltvolle Torte mit dem Logo der Demonstration: „Für Natur- und Kulturlandschaften – ohne Wind-Industrie-Anlagen“.  Das Geschenk war für eine Kaffeetafel des Bundespräsidenten bestimmt, zu der Staatsoberhaupt Frank-Walter Steinmeier 200 Bürgerinnen und Bürger bei strahlendem Frühsommerwetter in den Park seines Amtssitzes Schloss Bellevue eingeladen hatte.

Anlass für die Aktion war der 70. Geburtstag unseres Grundgesetzes. „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ lautet Artikel 1, Artikel zwei verbrieft das Jedermannsrecht „auf Leben und  körperliche Unversehrtheit.“ Dass diese Grundrechte offenbar nicht für alle Menschen gelten, davon waren die Demonstranten überzeugt: mittlerweile fast 30 000 Wind-Industrie-Anlagen in Deutschland haben für viele Bewohner des „flachen Landes“ zu unerträglichen Belastungen geführt. Sie haben ganze Landstriche zerstört und bringen Vögeln und Fledermäusen den Tod, wobei der Klimaschutzeffekt der aberwitzigen Materialschlacht bislang kaum messbar ist.

Der Demonstrationszug führte vom Bundeskanzleramt zum Brandenburger Tor. Dort fand die Abschlusskundgebung statt mit namhaften Rednern Energiewende kritischer  Vereine und Organisationen wie Vernunftkraft, der Naturschutzinitiative und des Vereins für Landschaftspflege und Artenschutz (VLAB), für den ich selber als Beiratsmitglied über „geopferte Landschaften“ sprach. Udo Bergfeld aus dem hessischen Odenwald, Organisator der Demonstration, überreichte Vertretern der Politik ein Berliner Manifest, in dem unter anderem ein sofortiges Moratorium für den Bau weiterer Windkraftwerke gefordert wird.

Eine Lanze für die Kälte

Die frühere grüne Parteivorsitzende Simone Peter, heute Präsidentin des Bundesverbandes Erneuerbare Energien, beklagte jüngst in einem Tweed, dass ihr zu Hause die „Obstbaumblüten“ erfroren seien. Den plötzlichen Kälteeinbruch im Mai führte sie auf den Klimawandel zurück und forderte „Umsteuern jetzt“. Später wurde der Tweed gelöscht.

Dass Frau Peter dieses Jahr vielleicht eine magere Apfelernte haben wird, ist natürlich bedauerlich, aber so ist das mit der Natur. Sie ist notorisch wankelmütig, nie ist auf sie Verlass. Doch so folgenreich wie 2017 war der Kälteeinbruch diesmal glücklicherweise nicht. Die Bauern, immer auf der Jagd nach neuen Subventionen, meldeten bislang jedenfalls keine größeren Schäden. Eine Lanze für die Kälte weiterlesen

Kommt alle zur Berliner Großdemo gegen Windkraft!


Am 23. Mai wird unser Grundgesetz 70 Jahre alt. In Artikel 1 heißt es: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Diese Würde wird von der Lobby der Erneuerbaren Energien seit Jahren mit Füßen getreten. Dagegen wollen Windkraft-Geschädigte und -gegner aus ganz Deutschland und Frankreich demonstrieren. Mit dabei ist auch der VLAB, dessen Beirat Georg Etscheit auf der geplanten Abschlusskundgebung vor dem Brandenburger Tor die enormen Landschaftsverluste der „Energiewende“ thematisieren wird. Kommt alle zur Berliner Großdemo gegen Windkraft! weiterlesen

Fichte ade

Sie packt es einfach nicht mehr und verabschiedet sich langsam aus weiten Teilen Deutschlands: Die Gemeine Rotfichte (Picea abies). Jahrzehntelang galt sie als Brotbaum der Waldbesitzer.  Kälte und Frost machen ihr wenig aus. Das heimische Wild verbeißt ihre stacheligen Nadeln kaum. Bereits im Alter von nur achtzig Jahren kann sie als Bauholz zu ordentlichen Preisen vermarktet werden. Kurzum: Sie ist – oder vielmehr war – der ideale Baum der modernen Forstwirtschaft. Fichte ade weiterlesen

Was unterscheidet einen Blog von einem online-Magazin?

Gleich vorweg: Die Beiträge auf dem Umwelt Watchblog sind Meinungsartikel eines jeden einzelnen Autors, nicht des VLAB. Sachlichkeit, Ausgewogenheit und Korrektheit sind Ziele eines Magazins. Ein Blog sollte durchaus mit seinen Artikeln provozieren und zur kontroversen Diskussion anregen. Manche unserer Autoren nutzen deshalb in ihren Texten gerne die  Stilmittel der Persiflage, Satire oder Polemik. Wer das nicht mag, dem sei das Börsen- oder Bundesgesetzblatt empfohlen. Was unterscheidet einen Blog von einem online-Magazin? weiterlesen

Klima-Prophetin Greta: Santo Subito!

Das Phänomen Klima-Gretel wird wohl in die Geschichte eingehen, in die lange und leidvolle Geschichte menschlicher Irr- und Wirr nisse. Nachdem Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt, eine abgebrochene Theologie-Studentin, die 16-jährige Klima-Aktivistin in einer Kanzelrede in der evangelischen Salvatorkirche in Duisburg mit dem Propheten Amos verglich, der im achten Jahrhundert vor Christus im heutigen Israel wirkte, soziale Misstände geißelte und ein Strafgericht Gottes vorhersah, dürfte auch Gretas Selig- bzw. Heiligsprechung nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Eine entsprechende Anregung von „Klimapapst“ Hans Joachim Schellnhuber an seinen Kollegen Papst Franziskus dürfte wohl schon vorliegen. Jetzt muss sich der  richtige Papst nur noch einen Ruck gebe. Zum Glück gibt es noch keine katholische Heilige namens Greta, sodass es nicht zu Verwechslungen kommen könnte, wenn es in Zukunft heißt: Heilige Greta, errette uns vor der Klimakatastrophe! Klima-Prophetin Greta: Santo Subito! weiterlesen