Alle Beiträge von Georg Etscheit

Ist die Windkraft verfassungswidrig?

Der renommierte Jurist Dietrich Murswieck, emeritierter Professor für öffentliches Recht an der Universität Freiburg, bezweifelt die Verfassungsmäßigkeit eines weiteren Ausbaus der Windkraft in Deutschland. Sein wichtigstes Argument: die mittlerweile fast 30 000 Windindustrieanlagen im Land hätten keinerlei messbaren Effekt für den weltweiten Klimaschutz. Deshalb verstoße deren Milliarden schwere Subventionierung gegen Artikel 20a des Grundgesetzes, wonach der Zustand der Umwelt durch staatliche Maßnahmen nicht verschlechtert werden dürfe. Vor einem möglichen weiteren Ausbau der Windenergie müsse eine solide Abschätzung der Folgen der Windkraft für Natur und Landschaft vorgenommen werden.

Hier lesen Sie Murswieks Analyse aus der FAZ >>>

Lasst die Karre im Dorf!

Ich war und bin ein in der Wolle gefärbter SUV-Hasser. SUV? Das sind die Monsterautos mit den dicken Reifen und dem bullligen Kühlergrill, deren Beliebtheit beim automobilen Volk ungebrochen ist. Aber ich bin auch ein sozialer und mitfühlender Mensch. Und mittlerweile tun mir die SUV-Fahrer richtig leid. Die meisten haben sich so einen Panzer ja nicht gekauft, um die Leute zu ärgern oder Umwelt und Klima vorsätzlich zu schädigen, sondern, weil sie besser einsteigen können und man aus ihrem erhöht situierten Cockpit einen besseren Überblick über das Verkehrsgeschehen hat. Das schätzen, so liest man, vor allem ältere Menschen, die sich offenbar besonders oft einen SUV zulegen. Lasst die Karre im Dorf! weiterlesen

Ab und zu ein gutes Steak…

 

… oder ein Stück reifen Rohmilchkäses aus regionaler Produktion – das schmeckt gut und ist ein aktiver Beitrag zum Schutz unserer Kulturlandschaften.

Wir stecken noch ziemlich tief im Sommerloch. Das merkt man daran, dass Meldungen im Netz herumgeistern, wonach sich der Zustand der „Titanic“ dramatisch verschlechtert habe. Das hätten neue Bilder von dem legendären Wrack bestätigt, das irgendwo 3 800 Meter unter der Wasseroberfläche des Nordatlantiks ruht. „Besorgnis erregende Bilder“, „schockierender Anblick“ usw.. Ich dachte eigentlich, es sei normal, wenn sich ein überwiegend aus Stahl und Holz gebautes Schiff nach mehr als einem Jahrhundert in eisigem Salzwasser langsam auflöst. Der Luxusliner war ja nicht aus unkaputtbaren Karbonfasern gezimmert wie Gretas Jolle.

Aber darum geht es mir eigentlich nicht. Ich möchte vielmehr ein Bekenntnis ablegen: Ich habe gesündigt, schwer gesündigt. Und mir fällt es nicht leicht,  hier offen darüber zu sprechen. Ich habe seit langer Zeit wieder ein Steak gegessen, ja ein Stück schieren Fleisches vom Rind. 200 Gramm, auf dem Holzkohlengrill perfekt „medium“ gegart, dazu kurz angebratene mediterrane Gemüse, Kräuterbutter, ein paar aromatische Dips und Süßkartoffelpommes. Letztere sind gerade sehr en vogue, aber sie schmecken hervorragend. Wie das Steak, ein Genuss! Ab und zu ein gutes Steak… weiterlesen

Aufforstung mit Windspargeln?

Jetzt meldet sich auch unser ständiger Watchblog-Autor Wolfgang Epple zum Thema Wald und Windkraft zu Wort. In seinem Beitrag enthüllt er einmal mehr die Doppelzüngigkeit der deutschen Umweltverbände, die den Wald Opern wollen, um das Klima zu retten. Dabei ist der Wald einer der wichtigsten CO2-Senken überhaupt und müsste strengstens geschützt werden, vor allem angesichts der zunehmenden Brandrodungen in Südamerika, insbesondere in Brasilien. Und was ist von Vorschlägen deutscher Politiker zu halten, die von Dürre und Borkenkäfer geschädigten Flächen ausgerechnet mit Windspargeln wieder aufforsten wollen.

Zum Beitragsfoto: Buchenaltholz am „Brotjacklriegel“, Vorderer Bayerischer Wald. Hier drohen kein Waldbrand und kein Borkenkäfer. Foto: Wolfgang Epple

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Salzburger Klimagespräche

 

Auch die Salzburger Festspiele diskutieren übers Klima. Das Foto zeigt die österreichische Festspielmetropole bei Nacht mit hohem Energiebedarf.

Letztes Jahr hatte es bei den Salzburger Festspielen durchs Dach geregnet. Bei einem Konzert des russischen Meisterpianisten Grigori Sokolov begann es auf einmal, ins Auditorium des Großen Festspielhauses zu tropfen. Ich habe in dieser Kolumne darüber berichtet. Das Malheur, verursacht durch ein ungewöhnlich heftiges Gewitter mit Platzregen, war schnell behoben. Hernach sprach man davon, dass der Klimawandel nun wohl auch die Festspiele erreicht hätten, das größte und nobelste Musik- und Theaterfestival der Welt.

Dieses Jahr blieb es bislang glücklicherweise trocken, kein neuerlicher Wassereinbruch in den Spielstätten dämpfte die Festspielfreude. Sogar die „Jedermann“-Premiere konnte draußen auf dem Domplatz stattfinden, nachdem sie in den beiden Jahren zuvor wegen Regens ins Große Festspielhaus verlegt worden war. Und auf der Perner-Insel in Hallein, der Off-Spielstätte der Festspiele, musste das Dach der unklimatisierten alten Salzsiedehalle einmal nicht – wie bei längeren Hitzewellen unabdingbar – von der Feuerwehr mit Wasser gekühlt werden. Salzburger Klimagespräche weiterlesen

Außer Kontrolle

Als man vor ein paar Jahren damit begann, in Skigebieten Schnee für den Winter unter weißen Planen zu horten (Snowfarming) oder Teile von Gletschern mit ebensolchen Plastikmäntelchen einzuhüllen, war das noch eine Kuriosität. Heute ist das vielerorts Alltag und regt niemanden mehr auf, auch wenn der Nutzen marginal sein dürfte. Wenn die Gletscher schmelzen, schmelzen sie, da hilft auch kein Präservativ.

Und die Vorschläge, wie man mit großtechnischen Mitteln gegen den Klimawandel und seine realen oder befürchteten Folgen ankämpfen könnte, werden immer irrsinniger: Riesige Spiegel im All sollen das Sonnenlicht reflektieren und die Erdtemperatur senken. Alternativ oder ergänzend dazu wird darüber nachgedacht, ob man mit einer Düngung der Weltmeere das Algenwachstum anregen und damit der Luft Kohlendioxid entziehen könnte. Technisch wäre das, nun ja, anspruchsvoll. Kosten: unvorstellbar, Risiken und Nebenwirkungen: unbekannt.   Außer Kontrolle weiterlesen

Öko-„Volk ohne Raum“

Mein Bildschirmschoner präsentiert mir jeden Tag andere schöne Landschaftsimpressionen. Heute war es eine sattgrüne Fjordlandschaft, irgendwo im Norden. Man kann raten, wo das ist, eine Art Onlinequiz. Doch ich mach da nicht mit, weil man wahrscheinlich auf irgendeine Reiseseite gelotst wird und was kaufen soll. 

Diese schönen Fjordlandschaften würde es wohl nicht mehr geben, wenn Deutschland weiter so unbeirrbar voran marschiert bei der Klimarettung. Weil wir die Fjorde dringend brauchen, um unsere überschüssige Wind- und Solarenergie zu speichern. Schließlich heißt es doch immer, Skandinavien sei die „Batterie Europas“.   Öko-„Volk ohne Raum“ weiterlesen

Auf dem Weg zu einer „bürgerlichen Ökorevolution“?

Seit Beginn der „Klimastreiks“ von Schülern und der Fridays for Future-Freitagsmärsche scheinen nicht wenige Journalisten sowohl der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten als auch einschlägiger Blätter des Klima-Alarm-Feuilletons von einer „ökologischen Bürgerrevolution“ zu träumen, oder sich diese herbeizuwünschen, herbeizuschreiben und herbeizureden. Selbst in Wissens-Sendungen und populären Wissenschaftsmagazinen wird gezielt und fordernd nach „Radikalisierung“ des Protestes und nach „radikalem Klimaschutz“ gefragt. Steht  Deutschland wirklich vor einer bürgerlichen „Öko-Revolution“? Dieser Frage geht der Biologe und Watchblog-Autor Dr. Wolfgang Epple in einem Essay nach.

Der Versuch, durch permanenten medialen Hype um „Klimakatastrophe“, Rezo und die Schülerstreiks die deutsche Gesellschaft an den Vorabend einer „Revolution“ zu rücken, mag durchsichtig und eindeutig zu Gunsten eines politischen Lagers motiviert sein. Eine umfassend und ganzheitlich an Menschlichkeit und Naturbewahrung ausgerichtete „Bürgerrevolution“, die die Bezeichnung „ökologisch“ verdiente, bleibt angesichts der Defizite der Klima-„Bewegung“, die angesichts von Scharfmachen und Ausgrenzen bereits im zwischenmenschlichen Bereich beginnen, nach Epples Auffassung ein Phantasma der Begleitschreiber und Begleitberichterstatter.

Lesen Sie den gesamten Essay.

Anti-Windkraft-Torte für Steinmeier

Mehr als 1 000 Menschen aus ganz Deutschland haben am Verfassungstag (23.5.) in Berlin gegen den ungezügelten Ausbau der Windkraft demonstriert. Vor dem Bundeskanzleramt präsentierten sie eine gehaltvolle Torte mit dem Logo der Demonstration: „Für Natur- und Kulturlandschaften – ohne Wind-Industrie-Anlagen“.  Das Geschenk war für eine Kaffeetafel des Bundespräsidenten bestimmt, zu der Staatsoberhaupt Frank-Walter Steinmeier 200 Bürgerinnen und Bürger bei strahlendem Frühsommerwetter in den Park seines Amtssitzes Schloss Bellevue eingeladen hatte.

Anlass für die Aktion war der 70. Geburtstag unseres Grundgesetzes. „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ lautet Artikel 1, Artikel zwei verbrieft das Jedermannsrecht „auf Leben und  körperliche Unversehrtheit.“ Dass diese Grundrechte offenbar nicht für alle Menschen gelten, davon waren die Demonstranten überzeugt: mittlerweile fast 30 000 Wind-Industrie-Anlagen in Deutschland haben für viele Bewohner des „flachen Landes“ zu unerträglichen Belastungen geführt. Sie haben ganze Landstriche zerstört und bringen Vögeln und Fledermäusen den Tod, wobei der Klimaschutzeffekt der aberwitzigen Materialschlacht bislang kaum messbar ist.

Der Demonstrationszug führte vom Bundeskanzleramt zum Brandenburger Tor. Dort fand die Abschlusskundgebung statt mit namhaften Rednern Energiewende kritischer  Vereine und Organisationen wie Vernunftkraft, der Naturschutzinitiative und des Vereins für Landschaftspflege und Artenschutz (VLAB), für den ich selber als Beiratsmitglied über „geopferte Landschaften“ sprach. Udo Bergfeld aus dem hessischen Odenwald, Organisator der Demonstration, überreichte Vertretern der Politik ein Berliner Manifest, in dem unter anderem ein sofortiges Moratorium für den Bau weiterer Windkraftwerke gefordert wird.

Eine Lanze für die Kälte

Die frühere grüne Parteivorsitzende Simone Peter, heute Präsidentin des Bundesverbandes Erneuerbare Energien, beklagte jüngst in einem Tweed, dass ihr zu Hause die „Obstbaumblüten“ erfroren seien. Den plötzlichen Kälteeinbruch im Mai führte sie auf den Klimawandel zurück und forderte „Umsteuern jetzt“. Später wurde der Tweed gelöscht.

Dass Frau Peter dieses Jahr vielleicht eine magere Apfelernte haben wird, ist natürlich bedauerlich, aber so ist das mit der Natur. Sie ist notorisch wankelmütig, nie ist auf sie Verlass. Doch so folgenreich wie 2017 war der Kälteeinbruch diesmal glücklicherweise nicht. Die Bauern, immer auf der Jagd nach neuen Subventionen, meldeten bislang jedenfalls keine größeren Schäden. Eine Lanze für die Kälte weiterlesen