Alle Beiträge von Georg Etscheit

Oh zorniger Taranis, bitte ein Machtwort!

 

Watchblog-Glosse: Etscheits Alltagsstress

Brrraomm! Mit einem veritablen antiken Starkregenereignis beginnt die 19. Episode der Abenteuer von Asterix dem Gallier. Die wichtigsten Bewohner jenes kleinen gallischen Dorfes, das wir alle gut kennen, haben sich in der Hütte des Häuptlings Majestix versammelt, um das Ende des mächtigen Gewitters abzuwarten, das Taranis, der Gott des Donners, über sie hat hereinbrechen lassen. 

Plötzlich steht im zuckenden Schein der Blitze ein Fremder in der Tür, ein Seher. Er verspricht Beistand vor den entfesselten Naturgewalten und prophezeit nach Lektüre der Eingeweide eines vom örtlichen Fischhändler zur Verfügung gestellten, nicht mehr ganz frischen Schuppentieres, dass den Galliern keineswegs der Himmel auf den Kopf fallen werde und sich nach Ende des Regens – Borvo, dem Gott der Heilquellen, sei Dank – wieder schönes Wetter einstellen werde.
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Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Fröschen werfen

Die Bayerische Staatsoper gibt viermal pro Jahr eine opulent aufgemachte Hauszeitschrift namens „Max Joseph“ heraus, die die SZ einmal süffisant als „Staatsfeuilleton“ apostrophierte. In der aktuellen Ausgabe findet sich eine bizarre Liebeserklärung der Geigerin Patricia Kopatchinskaja an Deutschlands „Klimapapst“ Hans Joachim Schellnhuber, zu künstlerisch wertvollen Bildern sterbender Gletscher. Eine Replik.

Liebe Frau Kopatchinskaja, ich habe zwar nicht ganz verstanden, was Sie in ihrem etwas verschwurbelten Beitrag über den Klimawandel in der Zeitschrift Max Joseph (Ausgabe Herbst 2018) mit den Fröschen gemeint haben, die sich freiwillig oder unfreiwillig dem Hitzestress aussetzen oder auch nicht. Ich bin jedenfalls kein Frosch, auch wenn ich nach der Lektüre das Gefühl habe, dass mir einer im Halse steckt und ich schrecklich husten muss.

Und dass der möglicherweise Klima bedingte Untergang der Dinosaurier eine so furchtbare Katastrophe war, kann ich auch nicht recht nachvollziehen. Ich bin sogar ganz froh darüber, dass die Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Fröschen werfen weiterlesen

Die Takatuka-Koalition

Der Öko-Populismus der ÖDP: Übergabe von Unterstützerunterschriften für das Volksbegehren „Rettet die Bienen“.

In Bayern geht der Wahlkampf für die „Schicksalswahl“ am Sonntag in die Endphase und es scheint nicht mehr völlig ausgeschlossen, dass die Grünen den künftigen Ministerpräsidenten stellen, als stärkste Partei vielleicht gar einer Sechserkoalition aus Grünen,  SPD, FDP, Linken, Freien Wählern und der ÖDP. Irgendein prägnanter Begriff müsste dafür erst noch gefunden  werden, vielleicht „Kunterbunt“- oder  „Takatuka“-Koalition, so was. Ausgerechnet in Bayern, das wär eine Gaudi!

Umweltthemen spielen vor allem in München, Bundeshauptstadt besserverdienender Pseudo-Ökos,  natürlich eine Hauptrolle im Wahlkampf. Die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) beispielsweise, die etwas katholischere und bürgerlichere Variante Die Takatuka-Koalition weiterlesen

End of Landschaft – Start einer Kinodoku zur Energiewende

Der Odenwald ist ein besonders liebenswertes Fleckchen Erde im Herzen Deutschlands. Begrenzt vom Spessart im Norden, dem Nordschwarzwald im Süden und dem Rheintal im Westen, erstreckt sich diese ländliche Region über drei Bundesländer: Hessen, Bayern und Baden-Württemberg. Hier gibt es sie noch, jene feinherben Landstriche, wie sie wohl nur deutsche Mittelgebirge auszeichnen, ein abwechslungsreiches Mosaik aus Felder, Äckern, Wiesen und Wäldern, durchsetzt mit zahllosen Streuobstwiesen, akzentuiert von Gehöften, Dörfern, Burgen und Schlössern, Sandsteinformationen und Vulkankegeln wie dem Katzenbuckel, der mit 626 Metern höchsten Erhebung des Odenwaldes. Wegen seiner  besonderen Anmut nennt man dieses Land auch die „hessische Toskana“.

Vor zwei Jahren erfuhr der Journalist und Filmemacher Jörg Rehmann, dass die schwarz-grüne hessische Landesregierung nun auch den noch weitgehend unzerschnittenen Odenwald in ein Windindustriegebiet umwandeln will. Mehr als 400 Windräder sollten bzw. sollen hier gebaut werden. Überall im Odenwald End of Landschaft – Start einer Kinodoku zur Energiewende weiterlesen

Trauer und ein bisschen Politik – Bewegendes Gedenkkonzert für Enoch zu Guttenberg in München

Libera me! – Errette mich. Pianissimo haucht der Chor die letzten Worte aus Giuseppe Verdis „Requiem“ in den Raum. Dann, minutenlange Stille. Rechts am Bühnenrand ein Foto Enoch zu Guttenbergs auf einer hölzernen Staffelei, links, tief in sich versunken, die Sopranistin Susanne Bernhard. Mit ihr verband Guttenberg, der im Juni mit nur 71 Jahren gestorben ist, eine letzte, erfüllende Liebe. Die beiden waren schon verlobt, zur Heirat kam es nicht mehr. Trauer und ein bisschen Politik – Bewegendes Gedenkkonzert für Enoch zu Guttenberg in München weiterlesen

„Anpassung ist das Gebot der Stunde!“

Foto: privat

Ein VLAB-Watchblog-Interview mit dem bekannten Ökologen und erfolgreichen Buchautor Josef Reichholf, der die Hitze- und Klimapanik des Sommers 2018 kritisiert und auch gute Seiten an diesem Wetterextrem entdeckt. Gleichwohl spricht er sich für vorbeugende Maßnahmen zur Anpassung an Klimaveränderungen aus. Die deutsche Energiewende allerdings hält für Aktionismus.

Hier das vollständige Interview.

Heiß, heißer, Hysterie

„Darbende Natur, schwitzende Bürger: Europa hatte den heißesten Juni seit Menschengedenken. Straßendecken platzten, Börsenkurse sanken, Walen im Zoo drohte Sonnenbrand. Während Stadtbewohner Streß befiel, bahnten sich auf dem Land Milliardenschäden an…“

So beginnt ein großer Artikel im „Spiegel“,  nein nicht des Jahres 2018, sondern, man beachte das „scharfe s“ im Wort Stress, vor der Rechtschreibereform, genauer gesagt anno domini 1976.  Der damalige Sommer ging als einer der heißesten und trockensten der Geschichte in Europa ein. Von Klimawandel sprach damals keiner. Im Gegenteil: Ein Jahr zuvor hatte der Entertainer Rudi Carrell seinen bekanntesten Schlager platziert: „Wann wird’s mal wieder richtig Sommer?“ Heiß, heißer, Hysterie weiterlesen

Von Wüstenklima bis Starkregen

 

Watchblog-Kolumne: Etscheits Alltagsstress

Das Wetter macht noch immer, was es will, und macht es keinem recht. Die privaten Online-Wetterdienste schwanken zwischen populistischer Panikmache vor „Wüstenklima“ oder vernichtendem Starkregen und ranschmeißerischen Jubelarien über „perfektes Grill- und Badewetter“. Irgendwie passt das alles nicht zusammen.

Ich hasse Hitze! Alles über 25 Grad ist mir zuwider, weil jede kleine Anstrengung zu Schweißausbrüchen führt. Und wenn man dann, nassgeschwitzt, in den Schatten tritt, friert man wieder und holt sich eine Erkältung. Sommergrippe nennt man das. Im Prinzip ist es das Gleiche wie eine Wintergrippe oder Wintererkältung, nur dass man im Sommer keine Lust hat, sich warm anzuziehen oder ins Bett zu legen, wenn draußen schönstes Ausflugswetter herrscht. Daher hat die Sommergrippe wohl ihren besonders schlechten Ruf.

Es gibt aber auch andere Menschen. Die blühen auf, wenn die Sonne vom makellosen Himmel knallt und das Thermometer steigt und steigt. Ein solcher Mensch ist mein Französischlehrer. Der lebt, wenn er nicht im für ihn viel zu kalten und eigentlich völlig unerträglichen München weilt, in Nîmes, der heißesten Stadt Von Wüstenklima bis Starkregen weiterlesen

Die „Land Art“ des Professor Sören Schöbel

Der Christo der Windindustrie: Landschaftsarchitekt Sören Schöbel

Sören Schöbel ist so etwas wie ein Künstler, ein Landschaftskünstler. Er arbeitet mit großen Objekten. Die sind nicht ganz so groß wie die, um die sich Christo kümmert. Aber Windkraftanlagen sind ja auch nicht unauffällig. Mit ihnen lässt sich auch viel Wind machen, und viel Geld.

Sören Schöbel ist, um genau zu sein, Landschaftsarchitekt und Professor an der Technischen Universität München. Er ist der Meinung, dass man mit Windrädern schöne Landschaften noch schöner machen kann. Deswegen plädiert er dafür, Windkraftwerke gerade in schöne Landschaften zu stellen. Weil sie sich nicht Die „Land Art“ des Professor Sören Schöbel weiterlesen

Mit dem, äh, Flugtaxi

Mit diesem Flugobjekt könnten die Münchner schnell zum Flughafen gelangen: „Ehang 184“, die erste elektrische Passagierdrohne, wurde im südchinesischen Guangzhou entwickelt. (Foto: Alex Butterfield/Wikimedia Commons)

Watchblog-Kolumne: Etscheits Alltagsstress


Die Münchner elektrisiert derzeit ein Thema wie kein anderes. Seit nämlich die Rathaus-CSU, die mit der SPD in einer großen Koalition fast ähnlich unglücklich verbandelt ist wie Merkel, Seehofer und Nahles in Berlin, endlich einmal einen wirklich seriösen und zukunftsträchtigen Vorschlag gemacht hat, wie man das Leben in der ohnehin von Glück und Wohlstand gesegneten bayerischen Landeshauptstadt nachhaltig verbessern kann. Wenn das noch möglich ist – wurde doch München gerade wieder einmal zu einer der lebenswertesten Städte der Welt gekürt. Mit dem, äh, Flugtaxi weiterlesen