Die 10-H-Abstandsregelung in Bayern muss bleiben

Wie Jonathan Sacks, der ehemalige britische Großrabbiner und Direktor des renommierten Jews’ College London, schreibt, leben wir in einem Jahrhundert, das uns ein Maximum an Möglichkeiten, aber nur ein Minimum an Sinn und Werten hinterlässt. Die Substitute dafür sind Ideologien unterschiedlichster Art.  Alle führten in unserer jüngeren Geschichte in ein Desaster. 

Rücksichtslos eingepflanzt in naturnahe Landschaften: Riesige, über viele Kilometer hin sichtbare Windkraftanlagen.

Die gegenwärtigen Auswüchse und Irrwege der deutschen Energiewende sind weit sichtbare Zeichen einer solch desaströsen Ideologie. Viele Menschen, denen ich ihre gute Absicht keinesfalls absprechen möchte, finden in ihrem Engagement für angeblich sauberen Ökostrom eine neue Lebensaufgabe und Orientierung. Sie kämpfen gegen die Erwärmung unserer Erde, an der auch ich in keiner Weise zweifle.

Die Chef-Ideologen der grün-alternativen Politik und Ökobewegung, skrupellose Geschäftemacher und nicht wenige Funktionäre von Lobbyverbänden missbrauchen jedoch viele dieser nach Sinn suchenden Menschen, um sie für ihre eigennützigen Ziele zu gewinnen und oft auch zu fanatisieren, wie dieser Satz einer Hetzkampagne gegen den VLAB zeigt:

„Der VLAB zieht mit Lügenveranstaltungen übers Land. Und so zementiert man die auf Atom, Erdgas, Erdöl und Kohle basierende Energiewirtschaft.“ (Raimund Kamm, Landesvorsitzender Bayern, Bundesverband Windenergie, April 2018)

Durch eine suggestive Presse- und Öffentlichkeitsarbeit wird den Menschen, einer Gehirnwäsche gleichkommend, ständig die Heilsbotschaft und Alternativlosigkeit der Energiewende eingehämmert. Man müsse endlich handeln, für saubere alternative Energien und gegen dreckige Gas- und Kohlekraftwerke, heißt es. Mit fossilen Energien fördere man den globalen Artenschwund, zerstöre das Weltklima und schließlich alles Leben, lesen wir fast täglich. Und noch schlimmer: Es gebe keine andere Wahl. Wer gegen Windkraft sei ist ein Lügner, ein Lobbyist der Atom-, Kohle- und Gasindustrie. Ein ewig Gestriger, der unverantwortlich und asozial handelt.

Die Gründe, warum durch alternative Energien weder der Klimawandel aufgehalten, noch die Energieversorgung nachhaltig gesichert werden kann, sind in dem Debattenbuch von Georg Etscheit „Geopferte Landschaften – Wie die Energiewende unsere Umwelt zerstört“ präzise beschrieben. Sie müssen hier nicht wiederholt werden. Die zahlreichen kompetenten Autoren aus Natur- und Geisteswissenschaft und aus dem Umwelt- und Naturschutzbereich räumen in dem Buch auch mit dem Mythos des sauberen Ökostroms gründlich auf.

Durch meine Jahrzehnte langen Erfahrungen im Naturschutz bin ich der felsenfesten Überzeugung, dass uns die derzeit praktizierte Energiewende in ein ökologisches Desaster führt und fordere von unseren Bundespolitikern:

  • Macht eine neue ideologiefreie Bewertung der ökologischen Risiken der Windkraft, des großflächigen Biogas-Maisanbaus und der riesigen Freiflächen-Fotovoltaik-Felder ohne Beteiligung der Lobbyverbände.
  • Hebt die Privilegierung des Baus erneuerbarer Energieanlagen im Außenbereich schnellstens auf.  Sie ist durch nichts zu rechtfertigen.
  • Legt das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zu den Akten. Es ist vollkommen überholt.

An die bayerischen Politiker, gleich welcher Partei, appelliere ich im Wahljahr eindringlich:

Rüttelt nicht an der bewährten 10-H-Abstandsregelung in Bayern. Sie muss unverändert beibehalten werden!

Ein Gedanke zu „Die 10-H-Abstandsregelung in Bayern muss bleiben“

  1. Auf welcher Seite gelogen und verdreht wird, ist eindeutig. Die historische Dimension der Opferung selbst des Tafelsilbers des Naturschutzes auf dem Altar der sogenannten „Energiewende“ wird zunehmend klar. Es ist eine finale Auseinandersetzung um die Zukunft unseres Lebensraumes. die Auswüchse der Energiewende sind Schöpfung- und Menschen-verachtend.

    Wer sich speziell über die verheerenden Vorgänge im Rahmen der brachialen Windkraftindustrialisierung in Deutschlands Restnatur vertieft informieren will, insbesondere auch zum ethischen Aspekt, kann das in dieser Denkschrift tun:

    Epple, W. (2017): Windkraftindustrie und Naturschutz sind nicht vereinbar. Windkraft-Naturschutz-Ethik. Herausgeber. Naturschutzinitiative e.V. , 140 Seiten.

    Mit einem Geleitwort von Enoch zu Guttenberg.

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